Jetzt mal ehrlich

Was würdet Ihr sagen, wenn wir Euch verraten, dass vieles in diesem Blog gar nicht der Wahrheit entspricht? Wenn wir zugeben, dass wir vieles geschönt haben, und von der Fertighausfirma dafür bezahlt werden? Hat man denn im Internet eine Garantie, dass „Käuferbewertungen“ unabhängig erstellt wurden und der Wahrheit entsprechen?

Gehört Ihr auch zu denjenigen, die bei Amazon erstmal auf „nach Kundenbewertung sortieren“ klicken, um ein bisschen Ordnung in die Suchtreffer zu bekommen? Trotz besseren Wissens mache ich das auch. Dabei ist es mehr als naheliegend, dass überall im Internet bezahlte Mitarbeiter (oder gar automatische Bots) unterwegs sind, um das eigene Produkt hochzujubeln bzw. die Konkurrenz schlecht aussehen zu lassen. Wieso sollte das nicht auch auf einem „unabhängigen“ Baublog der Fall sein? Wir bekommen diese Frage privat öfters gestellt: „Jetzt mal ehrlich, wie war das wirklich…?“.

Der Referenzkundenrabatt

Es kann doch gar nicht sein, dass im Großen und Ganzen alles so gut funktioniert hat bei unserem Bau mit Keitel-Haus, oder? Wir haben uns beim Kaufvertrag dazu entschieden, ein „Referenzkunde“ für Keitel zu werden. Das bedeutet, dass wir z.B. unser Haus während der Bauzeit oder danach für Besichtigungen von Interessierten bereitstellen (was bisher nicht der Fall war) und uns – aufgemerkt! – öffentlich nicht negativ über Keitel äußern. Im Gegenzug gibt es dafür 500 EUR Rabatt. Aha, erwischt! Oder? Naja, wirklich darauf Rücksicht  genommen haben wir nicht. Ganz nach dem Motto: „Wenn was schlecht läuft und wir das öffentlich machen, geht die PR für Keitel nach hinten los – erst recht wenn sie uns dann den Rabatt kündigen wollen“. Soweit kam es aber nie. Einige Punkte gab es, die nicht gut gelaufen sind, und die wir im Blog ja beispielhaft dokumentiert haben. Ich weiß, ein Beweis für unsere Neutralität ist das noch lange nicht, aber ich hoffe, Ihr könnt Euch jetzt ein etwas klareres Bild davon machen, wie wir denken. Und Keitel-Haus können wir wirklich guten Gewissens weiterempfehlen!

Missbrauch unserer Website durch Dritte

Die zweite Gefahr, die Neutralität eines Blogs zu untergraben, sind Versuche der Einflussnahme durch Dritte. Manchmal geht das sehr offensichtlich: So erreichen mich inzwischen wöchentlich Anfragen für „redaktionelle Zusammenarbeit“, „Gastbeiträge“ oder „Beitragsideen“. Im harmlosesten Fall soll ich z.B. einen neutralen Artikel über Gartenhäuschen schreiben, dabei aber mehrmals einen bestimmten Hersteller verlinken (ja, liebe Sarah, ich meine Dich, und Deine 50 EUR kannst Du gerne behalten). Oder ich soll eine Grafik zum Thema Heizkosten und Thermographie posten (liebe Ute, so ganz ohne Gegenleistung musste ich nicht mal darüber nachdenken; aber bitte hör jetzt endlich auf, mich immer wieder damit zu nerven).

Subtiler ist die Möglichkeit, einfach einen neutral wirkenden Kommentar zu hinterlassen, der so nebenbei aber auf eine bestimmte Website verlinkt, die beworben werden soll. So erhalten wir öfters Gratulationen von uns völlig unbekannten Gestalten, manchmal nett formuliert, manchmal offensichtlich dümmliches Copy&Paste, aber stets mit einem Link zu irgendeiner Baufirma mit zweifelhafter Seriösität. Wenn der Beitrag nett geschrieben ist, lasse ich ihn meist zu, zwicke aber den Link ab (ätsch! 😉 ). Der aufmerksame Leser fragt sich vielleicht, ob der Link denn überhaupt eine Bedeutung hat  – sooo viele Leser studieren nun auch wieder nicht die Kommentare unter unseren Beiträgen. Das Zauberwort ist  „Suchmaschinenoptimierung“: Je öfter eine Website verlinkt wird, am Besten von ganz verschiedenen Seiten her, desto weiter oben erscheint sie z.B. bei Google. Das Verfahren ist äußerst ausgeklügelt, und unsere Website ist als Linkpartner sicher um einiges mehr wert als diverse „Link-Misthaufen“, die früher einzig zum Zwecke der Suchmaschinenoptimierung erschaffen wurden.

Ihr seht schon: Gar nicht so leicht, neutral zu bleiben. Nicht nur muss man die eigene Wortwahl überdenken, sondern auch schauen, wie die Benutzer mit dem Blog interagieren. Wir geben weiter unser Bestes; und wer dieser Seite immer noch nicht traut, dem verraten wir vielleicht im persönlichen Gespräch noch etwas mehr, als was auf dieser Website möglich ist. Ihr wisst ja inzwischen, wir sind ein Referenzhaus, man kann uns bei Bedarf also auch gern besuchen (die Kaffeemaschine ist bereits angeschlossen :-) ).

 

Anmerkung: Dieses Blog finanzieren wir übrigens aus unserer eigenen Tasche, insbesondere die dafür notwendige Zeit. Natürlich ist es nicht nur Arbeit, sondern macht vor allem auch viel Spaß, und einige Jahre später ist es wohl genau so spannend anzuschauen wie ein Fotoalbum. Die Serverkosten decken wir teilweise mit Werbebannern am Rande des Blogs. Wem diese stören, dem empfehlen wir einen guten Werbeblocker.

Einzug

Am Sonntag, den 30. Oktober, konnten wir in unser neues Haus einziehen. Mit der tatkräftigen Unterstützung einiger Helfer war der Umzug in wenigen Stunden erledigt.

An dieser Stelle herzlichen Dank an unsere Helfer: Kathrin, Jenny, Laura, meine Eltern, Magdalena, Matthias, Ralph, Stefan und Thomas. Während ich zu Hause das Einpacken koordinierte, dirigierte Andrea auf der Baustelle die Kistenträger in die richtigen Zimmer. Die Schränke wurden aus der Garage getragen und Waschmaschine und Trockner angeschlossen. Und so konnten wir uns bereits um 15 Uhr gemütlich in den Garten setzen und bei herrlicher Oktobersonne eine Pizza genießen…

Noch ist längst nicht alles fertig: In der Küche fehlt z.B. noch die Arbeitsplatte, weshalb auch die Herdplatte sowie das Spülbecken noch nicht eingebaut werden konnte. Backofen und Mikrowelle tun auch bereits ihren Dienst, aber die Spülmaschine pumpt ihr Abwasser noch provisorisch in eine Tonne. Aber es reicht zum Wohnen, und wir werden jetzt Tag für Tag ein Stück mehr fertigmachen. Vielleicht haben wir es ja schon bis Weihnachten geschafft 😉

Zeitplan-animiert

Oben haben wir unseren aktualisierten Zeitplan dem ursprünglichen Zeitplan gegenübergestellt. Hauptgrund für die Verzögerungen war die zu späte Estrichtrocknung, verursacht durch den zu kurzen Schornstein, so dass sämtliche Folgetermine neu vereinbart werden mussten. Im Großen und Ganzen sind wir aber sehr zufrieden mit dem gesamten Bauablauf. Mehr dazu in den nächsten Beiträgen!

 

Endspurt

In den letzten beiden Wochen gaben sich die Handwerker die Klinke in die Hand – schließlich hielten wir an unserem Plan fest, zum Monatsende einzuziehen. Es hat sich also viel getan und das Haus hat sich von einer Baustelle zu einem (fast) fertigen Wohnobjekt entwickelt.




Mitte Oktober konnte die Fa. Kraus mit der Verlegung unseres Fußbodens beginnen und schon einige Tage später zu unserer vollsten Zufriedenheit fertigstellen. Wir haben uns für den Designboden HARO Disano von der Fa. Hamberger entschieden, u.a. weil er mit dem Eiche-Dekor toll aussieht und sich gut und warm anfühlt, weil er sehr strapazierfähig ist und, anders als andere Vinylböden, 100% PVC- und weichmacherfrei ist und (soweit wir wissen) als einziger Designboden das Blauer-Engel-Zeichen trägt. Er war zwar nicht ganz billig (ca. 40 EUR/m², ohne Verlegung), aber nach unseren ersten Erfahrungen sind wir mit ihm sehr zufrieden!

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Endlich hat auch unser Elektriker Zeit gefunden, die Steckdosen und Lichtauslässe und LED-Spots einzubauen. Auch die Türklingel und Gegensprechanlage sowie die Aereco-Lüftungsanlage sind nun angeschlossen. Leider fehlen bis heute noch die Netzwerk-Steckdosen sowie der Anschluss der Raumthermostate (so dass wir im Moment manuell heizen müssen, also ständig an der Heizung rumprogrammieren müssen). Wir hoffen aber, dass auch diese beiden offenen Punkte noch in den nächsten Tagen erledigt werden.

P1020695Am 18. Oktober wurde die Treppe von ihrem Schutzmantel befreit und die wenigen leicht beschädigten Stellen ausgebessert (ein kleines Verbindungsstück fehlt noch). Außerdem haben wir unsere IKEA-Küche geliefert bekommen (dazu später ein ausführlicher Beitrag). Die Handwerker von Keitel-Haus waren zur Endmonate vor Ort, d.h. die Baustellen-Haustür wurde durch die echte Haustür mit Glasüberdachung ersetzt, die Fenster wurden eingestellt und die Innentürzargen und -blätter wurden eingebaut (auch hier wurden zwei Stück vergessen, die hoffentlich die nächsten Tage folgen).

Datei 31.10.16, 17 08 14Erneut nicht mit Ruhm bekleckert hat sich die Sanitärinstallationsfirma Brehl, mit der wir schon im bisherigen Verlauf diverse negative Erfahrungen machen mussten. Nachdem schon einmal der falsche Badheizkörper geliefert wurde (wasser- statt strombetrieben), war auch die zweite Lieferung falsch (seitenverkehrt). Erst im dritten Versuch wurde der korrekte Heizkörper geliefert, aber nicht ordentlich verschraubt. Wir konnten ihn, nachdem wir passende Verlängerungen für unseren Inbusschlüssel organisiert hatten, selbst noch befestigen, finden es aber unverschämt, wie schlampig die Fa. Brehl hier erneut zu Werke ging. Auch eine Schiene in der Dusche war locker und musste neu angebracht werden. Zudem wurde die Heizung falsch programmiert und heizte unser Haus auf 30° herauf, so dass ich (ohne vorherige Einweisung) die Heizkurve manuell anpassen musste. Zum Glück habe ich mir zuvor einmal das dazu nötige Passwort für die Fachmannebene der Heizungssteuerung vom Installateur abgeschaut. Beim Anschließen unser Waschmaschine fiel uns außerdem auf, dass (wie vorher schon beim Ausgussbecken) der Siphon so schlampig angeschraubt wurde, dass ohne Nachziehen schon beim ersten Waschen der HWR-Raum unter Wasser gestanden wäre. Was soll man dazu noch sagen? Die Nachlässigkeit der Fa. Brehl trübt die insgesamt sehr postive Erfahrung beim Bauen mit Keitel-Haus schon deutlich ein! Wegen dieser Firma und unserer Schornstein-Eskapade hat sich unser Zeitplan ja inzwischen um etwa 10 Wochen verschoben (zu unseren Gesamterfahrungen schreiben wir später noch einen eigenen Bericht).

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In der Zwischenzeit waren wir selbst im Haus auch sehr aktiv und haben nicht nur begonnen, die Küche, den Kleiderschrank und andere Möbel aufzubauen, sondern auch etwas Farbe in unsere Zimmer zu bringen. Ein paar Eindrücke davon:

Am 25. Oktober war der große Tag der Wohnungsübergabe: Unser Bauleiter ging mit uns nochmal in aller Ruhe durch das ganze Haus und notierte alle Fehler und Kleinigkeiten, die noch ausgebessert werden müssen. Der abschließende Blower-Door-Test ergab (schon ohne Abklebung der Abluftschlitze) einen sehr guten Luftwechselrate-Wert von ca. 1,0. An dieser Stelle möchten wir uns nochmal ausdrücklich bei unserem Bauleiter bedanken, der sich immer schnell und unkompliziert für uns eingesetzt hat und auch desöfteren selbst Hand angelegt hat. Daumen hoch für Keitel-Haus!

Nun ist also alles bereit für den Einzug! Es kann losgehen :-)

Ein (T)raum in Weiß

Ein schönes Gefühl, wenn man ins Haus kommt und plötzlich strahlen alle Wände in weiß! Unser Malermeister und seine Mitarbeiter waren fleißig und haben die Spachtel- und Malerarbeiten inzwischen fast abschließen können.

Fertig geweißelte Wände

Anders als von Keitel-Haus empfohlen, haben wir uns gegen eine Tapete entschieden und direkt auf die Q3-Spachtelung weißeln lassen. Dabei besteht die erhöhte Gefahr, dass sich sichtbare Risse bilden können, aber unser Malermeister und auch andere Hausbauer, mit denen wir gesprochen hatten, schätzen das Risiko nicht all zu groß ein bzw. können damit leben. Um die Gefahr noch etwas zu verringern, haben wir mit dem Spachteln auch gewartet bis der Estrich gut ausgetrocknet war, aber ein Holzhaus wird natürlich immer noch arbeiten. Notfalls müssen wir in ein paar Jahren nochmal nachstreichen.

Bei der Q3-Spachtelung werden die Gipskartonplatten dreifach gespachtelt: Erst grob die Fugen, dann breitere Spachtelung und Abschliff, dann noch breiter und wiederum Abschliff. Die folgenden Fotos vermitteln einen Eindruck von der Arbeit und vom Ergebnis:

Natürlich bleiben nicht alle Wände weiß. Aktuell sind wir dabei, Farbe ins Ober- und Dachgeschoss zu bringen. Wir zeigen Euch die nächsten Wochen, wie’s aussieht :-)

Grabenkämpfe

Wenn man sich Gedanken zum Hausbau macht, dann stehen dabei die Versorgungsleitungen sicher nicht an erster Stelle. Vielleicht noch die Überlegung, auf welcher Seite des Gebäudes man den Technikraum unterbringen will, aber mehr auch nicht. Dass die Versorgungsleitungen aber auch jede Menge Arbeit und Ärger machen können, haben wir die letzten Monate erlebt.

Es könnte ja alles so einfach sein: Ein kommunaler Betrieb öffnet einen Graben, verlegt die Leitungen für Gas, Wasser, Strom, Telefon und TV-Kabel, schüttet den Graben wieder zu und fertig. Doch leider klappt das in Schrobenhausen nur bei der Wasserversorgung so. Die anderen Sparten sind (leider!) in privater Hand. Genauergesagt, für jede Sparte ist eine eigene Firma zuständig (Strom: Bayernwerke, Gas: Energie Südbayern, Telefon: Telekom, TV-Kabel: Vodafone). Die Kunst besteht nun erst einmal darin, einen Ansprechpartner ans Telefon zu bekommen, um überhaupt herauszufinden, wo man wie was wann beantragen muss. Je nach Firma kann das schon mal zehn Telefonate brauchen, um danach auch nicht viel schlauer als zuvor zu sein. Der Abschuss war Vodafone. Dort bekamen wir erst einen Rückruf zur Terminvereinbarung der Abtrennung der alten Leitung, als das neue Haus schon längst stand (die alte Leitung hatten wir schon Monate zuvor kurzerhand selbst herausgerissen). Bei der Telekom war es kaum besser; hier ließen wir unseren alten Vertrag sicherheitshalber einfach weiterlaufen, damit wir nicht (wie man von anderen Bauherren hört) monatelang ohne Telefon dastehen. Und tatsächlich, Telefon und Internet funktionierten schon direkt nach Wiederanschluss des Kabels 😉 Wie es besser geht, haben die Schrobenhausener Stadtwerke gezeigt. Dort hat man in kürzester Zeit einen persönlichen Ansprechpartner am Telefon, der dann auch gleich selbst dafür zuständig ist, den Bautrupp zu koordieren. Die Wartezeit war stets minimal (teils weniger als 24 Stunden zwischen Auftragserteilung und Umsetzung!), die Ausführung schnell und sauber, und am Ende kostete es stets beiden Seiten weniger Zeit und Nerven als bei allen anderen Firmen. Über das Argument, private Firmen arbeiteten doch viel effizienter als kommunale Unternehmen, kann ich nur noch müde lächeln.

Außer der Kommunikation gibt es bei den Versorgern noch ein zweites Problem: Niemand möchte den Graben benutzen, den eine andere Firma schon gebuddelt hat, und wenn doch, dann möchte niemand diesen Graben wieder zuschütten. Anders formuliert: Jede Firma öffnet den Graben selbst, legt seine Leitung rein und macht alles wieder zu. Bei fünf Sparten würde also fünfmal an der selben Stelle gebaggert werden. Da unser Haus ja auf einer Schotter-Aufschüttung steht und der Versorgungsgraben sehr nah am Haus läuft, wollten wir zu häufiges Herumbaggern aber vermeiden. Außerdem sahen wir ein erhöhtes Risiko, dass man beim erneuten Öffnen versehentlich doch eine andere bereits verlegte Leitung wieder beschädigt. Wir haben also die Stadtwerke den Graben öffnen lassen (die Wasserleitung liegt nämlich am tiefsten) und ihn dann offen gelassen. Schichtweise haben wir ihn selbst von Hand zugeschaufelt, damit auch die anderen Versorger (Gas, dann Strom, dann Telekom – auf TV-Kabel verzichten wir) ihre Leitungen darüberlegen konnten. Am Ende legten wir selbst noch ein Leerrohr mit Zugseil dazu, das wir für die Außenbeleuchtung und evtl. später noch für ein weiteres Kabel nutzen können. Schließlich mussten wir den etwa 12 Meter langen Graben noch komplett von Hand zuschaufeln. Eine grauenvolle Arbeit, aber das war es uns im Zweifel wert…

Was kann man als Bauherr daraus lernen? Vielleicht könnte man versuchen, die Organisation der Hausanschlüsse auch in den Zuständigkeitsbereich des Bauträgers (also bei uns der Fertighausfirma) zu legen. Ich habe keine Ahnung, ob die sich darauf einlassen würden; gerade auch, weil von Ort zu Ort sehr unterschiedlich vorzugehen ist. Auf jeden Fall ist der Aufwand, den man für die paar Meter Leitung braucht, keinesfalls zu unterschätzen, ebenso nicht die damit verbundenen Kosten.

Die gute Nachricht ist immerhin, dass wir inzwischen sämtliche Sparten im Haus haben und – wie gesagt – fast untypisch für die meisten Neubauten, sogar das Telefon schon funktioniert. Die Grabenkämpfe sind also zu Ende; jetzt können wir uns wieder auf das Wesentliche im Haus konzentrieren :-)

Es kribbelt wieder

Nach wochenlanger Funkstille – sicherlich begründet durch den wohlverdienten Sommerurlaub – haben wir heute wieder ein Lebenszeichen von unserem Maler bekommen. Am Donnerstag will er bei uns auf der Baustelle mit den Spachtel- und Malerarbeiten beginnen.

Damit biegen wir nun endlich auf die Zielgerade ein zum Einzug in unser neues Haus. Der Bodenleger hat angekündigt, auch spätestens in der übernächsten Woche loszulegen, und dann fehlen eigentlich nur noch die Innentüren, das Vordach über der Haustür, die Lüftungselemente und die Elektroendinstallation (Steckdosen, Netzwerk, LED-Spots). Einem Einzug Anfang November (Herbstferien in Bayern) sollte also hoffentlich nichts mehr im Wege stehen. Das angenehme Kribbeln der Vorfreude ist zurück. :-)

In der Zwischenzeit haben wir auch die Waschbecken, die Toilettenschüsseln, die Duschkabine und alle Armaturen bekommen. Leider war die falsche Handtuchheizkörper in der Lieferung, aber schon kommende Woche soll der Richtige folgen. Nach einem Missverständnis zwischen Installations- und Fliesenfirma fehlten noch die Wandfliesen im Technikraum, aber hier zeigte sich (nachdem einmal mehr unser Bauleiter selbst mit Hand angelegt hat) AllesGutHaus letztendlich kooperativ und inzwischen ist alles zu unserer Zufriedenheit erledigt.

Im Gäste-WC haben wir uns übrigens für einen genauso großen Waschtisch entschieden wie im Badezimmer. In unserem alten Haus hatten wir nur ein Mini-Waschbecken und ständig wurde der Boden nass. Im Technikraum haben wir darauf geachtet, dass zwischen Wasserhahn und Ausgussbecken genug Platz ist, um bequem einen Eimer mit Wasser füllen zu können.

Damit sind unsere Bäder und der Technikraum (bis auf die Malerarbeiten) schon mal „fast fertig“. Jetzt geht’s in den Schlussspurt!

50 cm Abgasrohr, 5 Wochen Stillstand

Während unsere Bauarbeiten bisher zügig und nahezu problemlos über die Bühne gingen, hat uns ein zu kurzes Abgasrohr auf dem Dach unseren Zeitplan nun einige Wochen nach hinten geworfen. Nach den Sommerferien geht es nun hoffentlich wieder in größeren Schritten vorwärts.

Deshalb ist es auch gerade etwas ruhiger in diesem Blog – es passierte auch nicht wahnsinng viel in den letzten achten Wochen. Genau heute vor zwei Monaten war der Kaminkehrer im Haus, um die Gasheizung abzunehmen. Eine reine Formsache, wie wir dachten. Doch weit gefehlt – nicht nur, dass ein waagrechtes Abgasrohr im Technikraum in die falsche Richtung geneigt war (zum Glück eine leichte Reperatur), nein, ein größeres Problem gab es mit dem Kamin oben auf dem Dach. Da gibt es eine klare Regel, dass das Abgasrohr mindestens einen Meter über dem höchsten Dachfenster enden muss. Bei uns war aber nur ein kurzer Stutzen montiert worden. Deshalb haben wir keine Freigabe für die Gasheizung und demnach auch noch keinen Gaszähler erhalten.

Angesprochen auf das Problem stellte sich die Fa. Brehl unwissend und behauptete, zum ersten mal von dieser Regelung zu hören. Das sei wohl eine regionale Besonderheit. Angesichts der klaren und ziemlich unmissverständlichen Aussage in der Bayerischen Feuerungsverordnung (§9, 4b) halten wir diese Ausrede für ziemlich fragwürdig. Die Nachbesserung stellte sich aus Herausforderung dar: Erst dauerte es einige Zeit, bis ein passendes längeres Abgasrohr besorgt werden konnte, und dann wollte aufgrund des bereits abgebauten Gerüsts niemand von der Installationsfirma mehr aufs Dach klettern. Die Rettung kam (einmal mehr) in der Person unseres wieder einmal sehr pragmatisch agierenden Bauleiters, der kurzerhand selbst auf’s Dach stieg und das Rohr austauschte.

In der Tat, nun bekamen wir die Freigabe vom Kaminkehrer, und einige Tage später kam dann auch der Gaszähler ins Haus und das Heizprogramm für den Estrich konnte endlich beginnen. Tag für Tag wurde es nun wärmer im Haus (bis zu 50 °C), und Mitte August war das Heizprogramm beendet. Durch die etwa vierwöchige Verzögerung konnten wir aber die vereinbarten Termine mit dem Maler und dem Bodenleger nicht einhalten, und nun kamen auch noch deren Sommerurlaube dazu. Die kommenden beiden Wochen soll es aber nun endlich weitergehen mit den Spachtel- und Fußbodenarbeiten. Unser neuer Zeitplan sieht nun vor, dass wir in den Herbstferien (Ende Oktober) endlich umziehen können.

Anschlüsse, Fußbodenheizung und Estrich

In den letzten beiden Juni-Wochen war nochmals Hochbetrieb auf der Baustelle: Der Wasser- und Gas-Anschluss wurde fertiggestellt, die Fußbodenheizung wurde verlegt und schließlich der Estrich gegossen. Zwischenzeitlich wurde es dabei etwas stressig und ungemütlich.

Zunächst waren am Donnerstag, den 23.6., die Stadtwerke sowie die Fa. Fink angekündigt, um die bestehende und die im Garten abgetrennte Wasser- und die Gas-Leitung in den Technikraum zu verlängern. Die Idee war, den Graben für die Versorgungsleitungen nur einmal zu öffnen, alle Leitungen zu verlegen und ihn dann wieder zu schließen. Da leider die Fa. Knauer (Strom und Telekom) vollkommen ausgebucht war, haben wir uns dazu entschlossen, den Graben weiter offen zu lassen, bis auch diese Sparten verlegt sind. Ansonsten lief die Verlegung schnell und reibungslos ab: Die Stadtwerke begannen am Morgen mit dem Ausbaggern und der Wasserleitung (da sie die am tiefsten liegende Sparte ist), nach leichtem Aufschütten verlegte die Fa. Fink dann Mittags noch die Gasleitung darüber. Spontan kam sogar noch ein Kabel-Deutschland-Techniker vorbei, der die nicht mehr benötigte Kabel-Leitung zugemacht hat.

Am Tag darauf war wieder die Fa. Brehl vor Ort, um die Fußbodenheizung zu verlegen. Die Monteure fielen aus allen Wolken, als ich ihnen erzählte, dass sie ja heute schon fertig werden müssten, weil am Montag der Estrich käme. Daraufhin wollten sie den Estrich auf Dienstag verschieben, um einen Tag Zeit zu gewinnen, dies war jedoch für die Estrichfirma nicht möglich. Die Stimmung auf der Baustelle war im (nicht vorhandenen) Keller, aber in der Not entsandte die Fa. Brehl spontan zwei weitere Monteure auf die Baustelle, um bei der Fußbodenheizung zu helfen. Mit vereinten Kräften haben sie es dann tatsächlich bis Freitag abend geschafft.

Der Estrich von der Fa. Ramser kam schließlich… am Dienstag! Warum auch immer. Der Stress wäre also doch nicht nötig gewesen, aber das ist wohl eine Kommunikationssache zwischen den beteiligten Firmen, die mich nichts angeht. Ungut ist nur, wenn man unnötigerweise frustrierte und gestresste Handwerker auf der Baustelle hat – ich sehe hier schon die Gefahr, dass in der Eile etwas schlampig gearbeitet wird. Zum Glück scheint aber alles gut geworden zu sein, jedenfalls haben wir (und erfahrene Bauherren aus dem Bekanntenkreis) spontan bis auf eine Kleinigkeit keine Fehler entdeckt.

Zum Einsatz kommt ein Anhydrit-Fließestrich, der sehr schnell trocknet, so dass wir schon am Tags darauf das Haus betreten konnten.

Jetzt hieß es erstmal „einen Gang zurückschalten“ und Zeit lassen zum Estrich trocknen. Idealerweise mit Hilfe der Fußbodenheizung, was aber leider bis dato (21. Juli, also mehr als drei Wochen später) immer noch nicht erfolgt ist. Warum, das schreiben wir im nächsten Beitrag.

Und „morgen“ kommt der Putz

Putz fertig, Gerüst weg, Anschlüsse und Fußbodenheizung rein, Estrich rein, Heizung an – so war der Fortschritt angedacht bis Ende Juni. Wir haben schon befürchtet, dass es mit dem Putz nicht mehr rechtzeitig klappt, aber am Ende ging alles plötzlich ganz schnell.

In unserem Ablaufplan gab es noch gewisse Abhängigkeiten: Der Estrich muss ja mit der Fußbodenheizung getrocknet werden. Damit diese funktioniert, muss natürlich der Gasanschluss der Heizung fertig sein. Damit wir den Gasanschluss bekommen können, muss aber das Gerüst vor dem Haus weg, weil der Graben mit der Gasleitung direkt darunter entlang läuft. Das Gerüst kann aber wiederum erst weg, wenn der Außenputz fertig ist. Da die Estrichlegung schon für den 24. Juni angedacht war, musste der Außenputz also möglichst früh gemacht werden.

Da wir die Baufirma auf die Problematik aufmerksam gemacht hatten, rechneten wir jeden Tag mit den Verputzern auf der Baustelle, wurden aber des öfteren auf „morgen“ vertröstet. Der Spruch „morgen kommt der Putz“ wurde so bei uns zum „Running Gag“ :roll: Nun vergingen nach Hausstellung einige Wochen – mit meist warmen und trockenen Tagen – in denen aber leider kein Verputzer bei uns aufgetaucht ist. Als dann endlich die zahlreichen gelben Sto-Kübel auf unserem Grundstück standen und Mitte Juni die Fa. Schreiner anrückte, waren wir erleichtert. Doch leider mussten sie schon nach kurzer Arbeit wieder abziehen – denn es fehlte noch an einigen Stellen die Bauchbinde der Außenfassade, was Keitel-Haus vom letzten Stelltrupp aber nicht gemeldet worden war. Es musste also nun erst wieder ein Keitel-Trupp anrücken…

Am 15. Juni war es aber endlich soweit. Der Putz war drauf, und schon einen Tag später (wie unser Bauleiter das immer hinbekommt :-) ) war auch das Gerüst weg. Unser Haus erstrahlt nun in „vollem Glanz“. Zwar haben wir uns die Putzfarbe etwas mehr ins rötlich-gelb gehende vorgestellt, sind aber mit dem Ergebnis trotzdem sehr zufrieden:

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Die Stadtwerke (Wasseranschluss) und auch die Fa. Fink (Gasanschluss) konnten wir zum Glück recht kurzfristig terminieren, und so haben wir die entsprechenden Anschlüsse auch bereits eine Woche später bekommen (dazu später mehr).

Damit war eigentlich wieder alles im Zeitplan! Warum wir letztendlich jetzt doch etwa zwei Wochen Verzögerung im Bauablauf haben, dazu erzählen wir Euch mehr in den nächsten Einträgen!

Elektroplan und LED-Spots

Bereits einige Monate vor Hausstellung mussten wir unseren Elektroplan bei Keitel-Haus einreichen. Sicherheitshalber haben wir bei den Steckdosen und Lichtschaltern nicht gegeizt, was sich am entsprechenden Aufpreis zeigt. Bei der Beleuchtung haben wir uns nach Hausstellung noch für mehr Räume mit LED-Spots entschieden.

Von Keitel-Haus hatten wir Anfang 2016 einen Plan in ca. A2-Größe bekommen, in dem wir Steckdosen, Lichtschalter, Netzwerkanschlüsse, Lichtauslässe usw. eintragen sollten. Andrea und ich haben es erst mal getrennt voneinander versucht, danach haben wir unsere Ergebnisse diskutiert und vereinheitlicht (was nicht schwer war, da wir uns in den meisten Punkten schnell einig waren). Das Ergebnis liegt uns leider nicht mehr vor, da die Pläne für uns doch ein wenig zu groß zum Einscannen waren (und es schon etwas eilig war 😉 ). Jedoch habe ich noch unsere Skizzen gefunden:

Daraus wird schon deutlich, dass durchaus ein kreativer Prozess dahintersteckt, sich zu überlegen, welche Steckdose wo hin soll :-) Und da wir uns oft auch noch nicht sicher waren, wo am Ende welches Möbelstück platziert wird, haben wir die Steckdosen eher großzügig verteilt. In der Summe kamen wir auf 102 Steckdosen (51 im Angebot von Keitel-Haus enthalten), 26 Decken-Lichtauslässe (17 von Keitel), 36 Lichtschalter (19 von Keitel) und einige Netzwerk-Anschlüsse (kein Homeway-System, SAT o.ä.). Das bedeutete einen Mehrpreis von guten 5000 EUR! Man sollte sich als Bauherr also auf jeden Fall darüber bewusst sein, dass die im Leistungsumfang enthaltenen Elektroleistungen kaum ausreichen und schon noch der ein oder andere Tausender nachgerüstet werden muss.

Umplanen mussten wir noch im Dachgeschoss: Ursprünglich waren zwei Mittelpfetten geplant, zwischen denen wir Seile mit Lampen spannen wollten. Nun gibt es nur eine einzige Firstpfette, an der wir die Lampen befestigen werden.

Licht-EG Licht-OG

Nach der Hausstellung, als der Elektriker für die Elektroinstallation vor Ort war, haben wir uns überlegt, doch in mehr Räumen LED-Spots einzusetzen. Wie in den oberen beiden Plänen zu sehen, möchten wir die Spots nun auch im EG- und OG-Flur sowie in der Küche einbauen (siehe grüne Markierungen in den beiden oberen Plänen).

Bei der Wahl der Spots ist man nicht ganz frei, denn die üblichen praktischen Einsätze mit z.B. GU10-Fassung sind nicht ohne weiteres einsetzbar: Man dürfte keinen Balken in der Decke treffen, und die Platzierungsmöglichkeiten sind somit deutlich eingeschränkt. Es gibt aber spezielle flache Spots, die nur so tief sind wie die Gipsplatten, mit denen unsere Decken beplankt sind, und die man mit zwei Klammern recht einfach einhängen kann. Diese lassen sich also an beliebiger Stelle verbauen. Nachteil: Der Preis ist etwas höher, und wenn mal eine defekt ist, muss man den ganzen Spot ersetzen statt einfach nur das Leuchtmittel. Ehrlich gesagt haben wir auch ein wenig Bedenken, ob die passenden Ersatzleuchten auf Dauer nachzubestellen sind. Vielleicht nehmen wir sicherheitshalber ein paar mehr… 😉

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