Grabenkämpfe

Wenn man sich Gedanken zum Hausbau macht, dann stehen dabei die Versorgungsleitungen sicher nicht an erster Stelle. Vielleicht noch die Überlegung, auf welcher Seite des Gebäudes man den Technikraum unterbringen will, aber mehr auch nicht. Dass die Versorgungsleitungen aber auch jede Menge Arbeit und Ärger machen können, haben wir die letzten Monate erlebt.

Es könnte ja alles so einfach sein: Ein kommunaler Betrieb öffnet einen Graben, verlegt die Leitungen für Gas, Wasser, Strom, Telefon und TV-Kabel, schüttet den Graben wieder zu und fertig. Doch leider klappt das in Schrobenhausen nur bei der Wasserversorgung so. Die anderen Sparten sind (leider!) in privater Hand. Genauergesagt, für jede Sparte ist eine eigene Firma zuständig (Strom: Bayernwerke, Gas: Energie Südbayern, Telefon: Telekom, TV-Kabel: Vodafone). Die Kunst besteht nun erst einmal darin, einen Ansprechpartner ans Telefon zu bekommen, um überhaupt herauszufinden, wo man wie was wann beantragen muss. Je nach Firma kann das schon mal zehn Telefonate brauchen, um danach auch nicht viel schlauer als zuvor zu sein. Der Abschuss war Vodafone. Dort bekamen wir erst einen Rückruf zur Terminvereinbarung der Abtrennung der alten Leitung, als das neue Haus schon längst stand (die alte Leitung hatten wir schon Monate zuvor kurzerhand selbst herausgerissen). Bei der Telekom war es kaum besser; hier ließen wir unseren alten Vertrag sicherheitshalber einfach weiterlaufen, damit wir nicht (wie man von anderen Bauherren hört) monatelang ohne Telefon dastehen. Und tatsächlich, Telefon und Internet funktionierten schon direkt nach Wiederanschluss des Kabels 😉 Wie es besser geht, haben die Schrobenhausener Stadtwerke gezeigt. Dort hat man in kürzester Zeit einen persönlichen Ansprechpartner am Telefon, der dann auch gleich selbst dafür zuständig ist, den Bautrupp zu koordieren. Die Wartezeit war stets minimal (teils weniger als 24 Stunden zwischen Auftragserteilung und Umsetzung!), die Ausführung schnell und sauber, und am Ende kostete es stets beiden Seiten weniger Zeit und Nerven als bei allen anderen Firmen. Über das Argument, private Firmen arbeiteten doch viel effizienter als kommunale Unternehmen, kann ich nur noch müde lächeln.

Außer der Kommunikation gibt es bei den Versorgern noch ein zweites Problem: Niemand möchte den Graben benutzen, den eine andere Firma schon gebuddelt hat, und wenn doch, dann möchte niemand diesen Graben wieder zuschütten. Anders formuliert: Jede Firma öffnet den Graben selbst, legt seine Leitung rein und macht alles wieder zu. Bei fünf Sparten würde also fünfmal an der selben Stelle gebaggert werden. Da unser Haus ja auf einer Schotter-Aufschüttung steht und der Versorgungsgraben sehr nah am Haus läuft, wollten wir zu häufiges Herumbaggern aber vermeiden. Außerdem sahen wir ein erhöhtes Risiko, dass man beim erneuten Öffnen versehentlich doch eine andere bereits verlegte Leitung wieder beschädigt. Wir haben also die Stadtwerke den Graben öffnen lassen (die Wasserleitung liegt nämlich am tiefsten) und ihn dann offen gelassen. Schichtweise haben wir ihn selbst von Hand zugeschaufelt, damit auch die anderen Versorger (Gas, dann Strom, dann Telekom – auf TV-Kabel verzichten wir) ihre Leitungen darüberlegen konnten. Am Ende legten wir selbst noch ein Leerrohr mit Zugseil dazu, das wir für die Außenbeleuchtung und evtl. später noch für ein weiteres Kabel nutzen können. Schließlich mussten wir den etwa 12 Meter langen Graben noch komplett von Hand zuschaufeln. Eine grauenvolle Arbeit, aber das war es uns im Zweifel wert…

Was kann man als Bauherr daraus lernen? Vielleicht könnte man versuchen, die Organisation der Hausanschlüsse auch in den Zuständigkeitsbereich des Bauträgers (also bei uns der Fertighausfirma) zu legen. Ich habe keine Ahnung, ob die sich darauf einlassen würden; gerade auch, weil von Ort zu Ort sehr unterschiedlich vorzugehen ist. Auf jeden Fall ist der Aufwand, den man für die paar Meter Leitung braucht, keinesfalls zu unterschätzen, ebenso nicht die damit verbundenen Kosten.

Die gute Nachricht ist immerhin, dass wir inzwischen sämtliche Sparten im Haus haben und – wie gesagt – fast untypisch für die meisten Neubauten, sogar das Telefon schon funktioniert. Die Grabenkämpfe sind also zu Ende; jetzt können wir uns wieder auf das Wesentliche im Haus konzentrieren :-)

Es kribbelt wieder

Nach wochenlanger Funkstille – sicherlich begründet durch den wohlverdienten Sommerurlaub – haben wir heute wieder ein Lebenszeichen von unserem Maler bekommen. Am Donnerstag will er bei uns auf der Baustelle mit den Spachtel- und Malerarbeiten beginnen.

Damit biegen wir nun endlich auf die Zielgerade ein zum Einzug in unser neues Haus. Der Bodenleger hat angekündigt, auch spätestens in der übernächsten Woche loszulegen, und dann fehlen eigentlich nur noch die Innentüren, das Vordach über der Haustür, die Lüftungselemente und die Elektroendinstallation (Steckdosen, Netzwerk, LED-Spots). Einem Einzug Anfang November (Herbstferien in Bayern) sollte also hoffentlich nichts mehr im Wege stehen. Das angenehme Kribbeln der Vorfreude ist zurück. :-)

In der Zwischenzeit haben wir auch die Waschbecken, die Toilettenschüsseln, die Duschkabine und alle Armaturen bekommen. Leider war die falsche Handtuchheizkörper in der Lieferung, aber schon kommende Woche soll der Richtige folgen. Nach einem Missverständnis zwischen Installations- und Fliesenfirma fehlten noch die Wandfliesen im Technikraum, aber hier zeigte sich (nachdem einmal mehr unser Bauleiter selbst mit Hand angelegt hat) AllesGutHaus letztendlich kooperativ und inzwischen ist alles zu unserer Zufriedenheit erledigt.

Im Gäste-WC haben wir uns übrigens für einen genauso großen Waschtisch entschieden wie im Badezimmer. In unserem alten Haus hatten wir nur ein Mini-Waschbecken und ständig wurde der Boden nass. Im Technikraum haben wir darauf geachtet, dass zwischen Wasserhahn und Ausgussbecken genug Platz ist, um bequem einen Eimer mit Wasser füllen zu können.

Damit sind unsere Bäder und der Technikraum (bis auf die Malerarbeiten) schon mal „fast fertig“. Jetzt geht’s in den Schlussspurt!

50 cm Abgasrohr, 5 Wochen Stillstand

Während unsere Bauarbeiten bisher zügig und nahezu problemlos über die Bühne gingen, hat uns ein zu kurzes Abgasrohr auf dem Dach unseren Zeitplan nun einige Wochen nach hinten geworfen. Nach den Sommerferien geht es nun hoffentlich wieder in größeren Schritten vorwärts.

Deshalb ist es auch gerade etwas ruhiger in diesem Blog – es passierte auch nicht wahnsinng viel in den letzten achten Wochen. Genau heute vor zwei Monaten war der Kaminkehrer im Haus, um die Gasheizung abzunehmen. Eine reine Formsache, wie wir dachten. Doch weit gefehlt – nicht nur, dass ein waagrechtes Abgasrohr im Technikraum in die falsche Richtung geneigt war (zum Glück eine leichte Reperatur), nein, ein größeres Problem gab es mit dem Kamin oben auf dem Dach. Da gibt es eine klare Regel, dass das Abgasrohr mindestens einen Meter über dem höchsten Dachfenster enden muss. Bei uns war aber nur ein kurzer Stutzen montiert worden. Deshalb haben wir keine Freigabe für die Gasheizung und demnach auch noch keinen Gaszähler erhalten.

Angesprochen auf das Problem stellte sich die Fa. Brehl unwissend und behauptete, zum ersten mal von dieser Regelung zu hören. Das sei wohl eine regionale Besonderheit. Angesichts der klaren und ziemlich unmissverständlichen Aussage in der Bayerischen Feuerungsverordnung (§9, 4b) halten wir diese Ausrede für ziemlich fragwürdig. Die Nachbesserung stellte sich aus Herausforderung dar: Erst dauerte es einige Zeit, bis ein passendes längeres Abgasrohr besorgt werden konnte, und dann wollte aufgrund des bereits abgebauten Gerüsts niemand von der Installationsfirma mehr aufs Dach klettern. Die Rettung kam (einmal mehr) in der Person unseres wieder einmal sehr pragmatisch agierenden Bauleiters, der kurzerhand selbst auf’s Dach stieg und das Rohr austauschte.

In der Tat, nun bekamen wir die Freigabe vom Kaminkehrer, und einige Tage später kam dann auch der Gaszähler ins Haus und das Heizprogramm für den Estrich konnte endlich beginnen. Tag für Tag wurde es nun wärmer im Haus (bis zu 50 °C), und Mitte August war das Heizprogramm beendet. Durch die etwa vierwöchige Verzögerung konnten wir aber die vereinbarten Termine mit dem Maler und dem Bodenleger nicht einhalten, und nun kamen auch noch deren Sommerurlaube dazu. Die kommenden beiden Wochen soll es aber nun endlich weitergehen mit den Spachtel- und Fußbodenarbeiten. Unser neuer Zeitplan sieht nun vor, dass wir in den Herbstferien (Ende Oktober) endlich umziehen können.

Anschlüsse, Fußbodenheizung und Estrich

In den letzten beiden Juni-Wochen war nochmals Hochbetrieb auf der Baustelle: Der Wasser- und Gas-Anschluss wurde fertiggestellt, die Fußbodenheizung wurde verlegt und schließlich der Estrich gegossen. Zwischenzeitlich wurde es dabei etwas stressig und ungemütlich.

Zunächst waren am Donnerstag, den 23.6., die Stadtwerke sowie die Fa. Fink angekündigt, um die bestehende und die im Garten abgetrennte Wasser- und die Gas-Leitung in den Technikraum zu verlängern. Die Idee war, den Graben für die Versorgungsleitungen nur einmal zu öffnen, alle Leitungen zu verlegen und ihn dann wieder zu schließen. Da leider die Fa. Knauer (Strom und Telekom) vollkommen ausgebucht war, haben wir uns dazu entschlossen, den Graben weiter offen zu lassen, bis auch diese Sparten verlegt sind. Ansonsten lief die Verlegung schnell und reibungslos ab: Die Stadtwerke begannen am Morgen mit dem Ausbaggern und der Wasserleitung (da sie die am tiefsten liegende Sparte ist), nach leichtem Aufschütten verlegte die Fa. Fink dann Mittags noch die Gasleitung darüber. Spontan kam sogar noch ein Kabel-Deutschland-Techniker vorbei, der die nicht mehr benötigte Kabel-Leitung zugemacht hat.

Am Tag darauf war wieder die Fa. Brehl vor Ort, um die Fußbodenheizung zu verlegen. Die Monteure fielen aus allen Wolken, als ich ihnen erzählte, dass sie ja heute schon fertig werden müssten, weil am Montag der Estrich käme. Daraufhin wollten sie den Estrich auf Dienstag verschieben, um einen Tag Zeit zu gewinnen, dies war jedoch für die Estrichfirma nicht möglich. Die Stimmung auf der Baustelle war im (nicht vorhandenen) Keller, aber in der Not entsandte die Fa. Brehl spontan zwei weitere Monteure auf die Baustelle, um bei der Fußbodenheizung zu helfen. Mit vereinten Kräften haben sie es dann tatsächlich bis Freitag abend geschafft.

Der Estrich von der Fa. Ramser kam schließlich… am Dienstag! Warum auch immer. Der Stress wäre also doch nicht nötig gewesen, aber das ist wohl eine Kommunikationssache zwischen den beteiligten Firmen, die mich nichts angeht. Ungut ist nur, wenn man unnötigerweise frustrierte und gestresste Handwerker auf der Baustelle hat – ich sehe hier schon die Gefahr, dass in der Eile etwas schlampig gearbeitet wird. Zum Glück scheint aber alles gut geworden zu sein, jedenfalls haben wir (und erfahrene Bauherren aus dem Bekanntenkreis) spontan bis auf eine Kleinigkeit keine Fehler entdeckt.

Zum Einsatz kommt ein Anhydrit-Fließestrich, der sehr schnell trocknet, so dass wir schon am Tags darauf das Haus betreten konnten.

Jetzt hieß es erstmal „einen Gang zurückschalten“ und Zeit lassen zum Estrich trocknen. Idealerweise mit Hilfe der Fußbodenheizung, was aber leider bis dato (21. Juli, also mehr als drei Wochen später) immer noch nicht erfolgt ist. Warum, das schreiben wir im nächsten Beitrag.

Und „morgen“ kommt der Putz

Putz fertig, Gerüst weg, Anschlüsse und Fußbodenheizung rein, Estrich rein, Heizung an – so war der Fortschritt angedacht bis Ende Juni. Wir haben schon befürchtet, dass es mit dem Putz nicht mehr rechtzeitig klappt, aber am Ende ging alles plötzlich ganz schnell.

In unserem Ablaufplan gab es noch gewisse Abhängigkeiten: Der Estrich muss ja mit der Fußbodenheizung getrocknet werden. Damit diese funktioniert, muss natürlich der Gasanschluss der Heizung fertig sein. Damit wir den Gasanschluss bekommen können, muss aber das Gerüst vor dem Haus weg, weil der Graben mit der Gasleitung direkt darunter entlang läuft. Das Gerüst kann aber wiederum erst weg, wenn der Außenputz fertig ist. Da die Estrichlegung schon für den 24. Juni angedacht war, musste der Außenputz also möglichst früh gemacht werden.

Da wir die Baufirma auf die Problematik aufmerksam gemacht hatten, rechneten wir jeden Tag mit den Verputzern auf der Baustelle, wurden aber des öfteren auf „morgen“ vertröstet. Der Spruch „morgen kommt der Putz“ wurde so bei uns zum „Running Gag“ :roll: Nun vergingen nach Hausstellung einige Wochen – mit meist warmen und trockenen Tagen – in denen aber leider kein Verputzer bei uns aufgetaucht ist. Als dann endlich die zahlreichen gelben Sto-Kübel auf unserem Grundstück standen und Mitte Juni die Fa. Schreiner anrückte, waren wir erleichtert. Doch leider mussten sie schon nach kurzer Arbeit wieder abziehen – denn es fehlte noch an einigen Stellen die Bauchbinde der Außenfassade, was Keitel-Haus vom letzten Stelltrupp aber nicht gemeldet worden war. Es musste also nun erst wieder ein Keitel-Trupp anrücken…

Am 15. Juni war es aber endlich soweit. Der Putz war drauf, und schon einen Tag später (wie unser Bauleiter das immer hinbekommt :-) ) war auch das Gerüst weg. Unser Haus erstrahlt nun in „vollem Glanz“. Zwar haben wir uns die Putzfarbe etwas mehr ins rötlich-gelb gehende vorgestellt, sind aber mit dem Ergebnis trotzdem sehr zufrieden:

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Die Stadtwerke (Wasseranschluss) und auch die Fa. Fink (Gasanschluss) konnten wir zum Glück recht kurzfristig terminieren, und so haben wir die entsprechenden Anschlüsse auch bereits eine Woche später bekommen (dazu später mehr).

Damit war eigentlich wieder alles im Zeitplan! Warum wir letztendlich jetzt doch etwa zwei Wochen Verzögerung im Bauablauf haben, dazu erzählen wir Euch mehr in den nächsten Einträgen!

Elektroplan und LED-Spots

Bereits einige Monate vor Hausstellung mussten wir unseren Elektroplan bei Keitel-Haus einreichen. Sicherheitshalber haben wir bei den Steckdosen und Lichtschaltern nicht gegeizt, was sich am entsprechenden Aufpreis zeigt. Bei der Beleuchtung haben wir uns nach Hausstellung noch für mehr Räume mit LED-Spots entschieden.

Von Keitel-Haus hatten wir Anfang 2016 einen Plan in ca. A2-Größe bekommen, in dem wir Steckdosen, Lichtschalter, Netzwerkanschlüsse, Lichtauslässe usw. eintragen sollten. Andrea und ich haben es erst mal getrennt voneinander versucht, danach haben wir unsere Ergebnisse diskutiert und vereinheitlicht (was nicht schwer war, da wir uns in den meisten Punkten schnell einig waren). Das Ergebnis liegt uns leider nicht mehr vor, da die Pläne für uns doch ein wenig zu groß zum Einscannen waren (und es schon etwas eilig war 😉 ). Jedoch habe ich noch unsere Skizzen gefunden:

Daraus wird schon deutlich, dass durchaus ein kreativer Prozess dahintersteckt, sich zu überlegen, welche Steckdose wo hin soll :-) Und da wir uns oft auch noch nicht sicher waren, wo am Ende welches Möbelstück platziert wird, haben wir die Steckdosen eher großzügig verteilt. In der Summe kamen wir auf 102 Steckdosen (51 im Angebot von Keitel-Haus enthalten), 26 Decken-Lichtauslässe (17 von Keitel), 36 Lichtschalter (19 von Keitel) und einige Netzwerk-Anschlüsse (kein Homeway-System, SAT o.ä.). Das bedeutete einen Mehrpreis von guten 5000 EUR! Man sollte sich als Bauherr also auf jeden Fall darüber bewusst sein, dass die im Leistungsumfang enthaltenen Elektroleistungen kaum ausreichen und schon noch der ein oder andere Tausender nachgerüstet werden muss.

Umplanen mussten wir noch im Dachgeschoss: Ursprünglich waren zwei Mittelpfetten geplant, zwischen denen wir Seile mit Lampen spannen wollten. Nun gibt es nur eine einzige Firstpfette, an der wir die Lampen befestigen werden.

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Nach der Hausstellung, als der Elektriker für die Elektroinstallation vor Ort war, haben wir uns überlegt, doch in mehr Räumen LED-Spots einzusetzen. Wie in den oberen beiden Plänen zu sehen, möchten wir die Spots nun auch im EG- und OG-Flur sowie in der Küche einbauen (siehe grüne Markierungen in den beiden oberen Plänen).

Bei der Wahl der Spots ist man nicht ganz frei, denn die üblichen praktischen Einsätze mit z.B. GU10-Fassung sind nicht ohne weiteres einsetzbar: Man dürfte keinen Balken in der Decke treffen, und die Platzierungsmöglichkeiten sind somit deutlich eingeschränkt. Es gibt aber spezielle flache Spots, die nur so tief sind wie die Gipsplatten, mit denen unsere Decken beplankt sind, und die man mit zwei Klammern recht einfach einhängen kann. Diese lassen sich also an beliebiger Stelle verbauen. Nachteil: Der Preis ist etwas höher, und wenn mal eine defekt ist, muss man den ganzen Spot ersetzen statt einfach nur das Leuchtmittel. Ehrlich gesagt haben wir auch ein wenig Bedenken, ob die passenden Ersatzleuchten auf Dauer nachzubestellen sind. Vielleicht nehmen wir sicherheitshalber ein paar mehr… 😉

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Die EthikBank an und auf unserer Seite

Wie schon in einem früheren Beitrag erwähnt, läuft unsere Baufinanzierung über die EthikBank in Eisenberg/Thüringen. In diesem Beitrag einige Gedanken zu unserer Wahl des Finanzierungspartners und den bisherigen Erfahrungen mit der Bank.

Der ein oder andere Leser fragt sich sich vielleicht, wie man als Bauherren aus dem Herzen Bayerns ausgerechnet zu einer kleinen thüringischen Bank findet. Natürlich haben wir uns auch in Schrobenhausen von den lokalen Banken (Sparkasse, Schrobenhausener Bank) beraten lassen. Die Sparkasse war ein bisschen nervig, was Gehaltsnachweise u.ä. anging, und die Schrobenhausener Bank (Volksbanken/Raiffeisenbanken) wollte uns irgendwas mit Bausparer aufschwatzen, aber nachdem wir uns klar ausgedrückt hatten, was wir wollen, waren beide Angebote am Ende wirklich sehr brauchbar. Von Anfang an Abstand genommen hatten wir von Online-Banken oder Großbanken, da uns persönlicher Kontakt zu einem Kundenberater sehr wichtig erschien und diese Banken tendenziell alles bürokratischer abhandeln. Ein weiteres Angebot haben wir uns von der EthikBank machen lassen, weil ich dort schon seit Jahren Kunde bin. Dazu muss man wissen, dass die EthikBank zu den wenigen „alternativen Banken“ in Deutschland gehört, zusammen mit beispielsweise der GLS-Bank in Bochum. Aufmerksam geworden bin ich darauf vor Jahren beim Lesen von Pater Anselm Grün’s Buch „Ethisch Geld anlegen“, das ich nur jedem ans Herz legen kann. Die EthikBank legt strenge Maßstäbe an, die z.B. Investments in Kinderarbeit, Atomkraftwerke oder Militärwaffen kategorisch ausschließen. Zudem legt sie als „gläserne Bank“ bis ins Detail offen, in welche Wertpapiere sie investiert und wofür die Kundenkredite verwendet werden. Wirklich bemerkenswert! Wer denkt, dass dies auf Kosten günstiger Konditionen gehen muss, liegt falsch: Die EthikBank machte uns auch noch das beste Angebot (1,38% Effektivzins bzw. 1,35% Nominalzins; dazu 15 EUR Gebühr pro Jahr – aktuell scheinen die Konditionen sogar noch besser zu sein). Wir mussten also nicht mehr lange überlegen.

Die bisherigen Erfahrungen mit der EthikBank waren durchwegs positiv. Man hat schnell und ohne Warteschleife einen freundlichen Mitarbeiter am Telefon, wenn man mal eine Frage hat, und die Auszahlungen laufen schnell und unkompliziert. Dazu maile ich einfach einen Scan der Rechnung an die EthikBank, die mir den entsprechenden Betrag dann in ein oder zwei Tagen auf mein Girokonto überweist. Einmal kam die Rückfrage nach dem Baufortschritt. Mit einem Hinweis auf diesen Blog war auch diese Frage schnell und unkompliziert geklärt. Von anderen Bauherren haben wir erfahren, dass diese ständig Scherereien mit ihrer Bank haben, z.B. weil diese jede einzelne Rechnung zu Gesicht bekommen will, sei sie noch so klein, oder weil sie ständig detailliert den Baufortschritt wissen möchte. Von diesen oder anderen Problemchen blieben wir bisher verschont. Inzwischen haben wir den Kredit in voller Höhe abgerufen, und es gab keinerlei Schwierigkeiten. Wir können die EthikBank als Finanzierungspartner also uneingeschränkt weiterempfehlen!

BeruehrenNachdem sie von unserem Blog erfahren haben, wurden wir von der Bank angesprochen, ob sie unser Hausbau-Projekt auf ihrer Website vorstellen und verlinken dürfen. Da haben wir natürlich gerne zugestimmt. Herausgekommen ist ein kleiner Artikel mit einigen unserer Gedanken zu ökologisch sinnvollem Bauen. Nette Aktion der EthikBank, vielen Dank dafür!

Ein Schuhkarton an der Decke

Nach längeren Überlegungen hatten wir uns ja für eine Lüftungsanlage von Aereco entschieden, mit dezentralen Zuluftelementen in den Rollladenkästen und Abluftelementen in der Küche und den Bädern. Leider gab es noch vor dem Einbau zwei negative Überraschungen, was diese Anlage betrifft. Zum Glück konnten wir beide Probleme ausräumen bzw. abmildern.

Die erste Überraschung betraf den eigentlich zugesicherten Einbau von Pollenfiltern. Da Andrea Allergikerin ist, war es uns sehr wichtig, die Pollenbelastung in der Zuluft zu minimieren. Das hatten wir von Anfang an bei den Besprechungen mit Keitel-Haus auch immer wieder betont. Bei zentralen Lüftungsanlagen ist der Einbau eines entsprechenden Filters sehr einfach, da die gesamte Zuluft über ein großes Gerät läuft. Wie sich inzwischen aber herausgestellt hat, ist das bei unseren zahlreichen dezentralen Zuluftelementen laut Hersteller aus Platz- und Wartungsgründen nicht möglich. Wir wurden in dieser Hinsicht also leider falsch beraten von Keitel-Haus.

Eine Notlösung scheint es doch zu geben. In einem längeren Telefonat konnte ich einem Aereco-Techniker entlocken, dass es sehr wohl möglich ist, von Hand ein Pollenvlies in die Zuluftelemente einzusetzen. Da dieses aber alle paar Wochen ausgetauscht werden müsste (im Einsatz wäre es bei uns aber ohnehin nur wenige Monate im Jahr) wäre der Wartungsaufwand so groß, dass Aereco diese Lösung nicht offiziell so einsetzen möchte. Da es nun aber keine einsprechend zugeschnittenen Einsätze gibt, müssen wir das eben von Hand erledigen. Es wird sich noch herausstellen, wie gut das funktioniert…

Die zweite negative Überraschung erlebten wir in Form eines Schuhkarton-ähnlichen Abluftelements (siehe die beiden ersten Fotos oben). Dieses hässliche Etwas beinhaltet eigentlich nur einen Fettfilter und wird über die normalen Aereco-Abluftelemente (die auch schon alles andere als Designpreis-würdig sind) gestülpt. Laut Prospekt (siehe drittes Foto) wird dieser Kasten mit dem Charm einer Achziger-Jahre-Lautsprecheranlage tatsächlich so an die Wand geschraubt. Unglaublich, dass wir angeblich die ersten sind, die damit ein Problem haben?! Hier kam die Rettung in Form unseres wieder einmal sehr pragmatisch agierenden Bauleiters: Das Element ließ sich weitgehend in die Decke versenken, so dass nur noch der abnehmbare Deckel etwa 2 cm aus der Decke hervorsteht. Damit können wir sehr gut leben.

Natürlich hätten wir uns im Vorfeld eine bessere Beratung gewünscht, was diese beiden Themen anging. Wir bekamen niemals ein Abluftelement zu Gesicht, auch kein Foto davon. Auch das verwendete Modell wurde uns nie genannt, so dass wir es selbst recherchieren konnten. Lediglich das Zuluftelement konnten wir bei der Bemusterung in die Hand nehmen, allerdings noch mit dem Kenntnisstand, dass Pollenfilter leicht einzubauen wären. Hier gibt es für kommende Kunden sicherlich Verbesserungspotential bei Keitel-Haus.

 

 

Elektroinstallation, Dach und Gipsuntersicht

Etwa eine Woche nach Beginn der Sanitärinstallation, also Mitte Mai, machte sich auch unser Elektroinstallateur von der Fa. Reichenbach an die Arbeit, unser Haus zu verkabeln. Dies verlief weitgehend nach Plan, da wir die geplanten Steckdosen und Netzwerk-Anschlüsse (SAT oder Homeway nutzen wir nicht) sowie die Gegensprechanlagen für EG und DG schon zuvor in unserem Elektroplan eingereicht haben. Die Installationskanäle wurden dementprechend schon im Werk in die Wände eingebaut. Nur an einigen Stellen war das aus statischen Gründen nicht möglich, so dass einige Steckdosen gestrichen oder verschoben werden mussten. Und wenn es uns ganz wichtig war, musste sich unser Elektriker seinen eigenen Weg eben selbst durch die Wände bahnen 😉 Neu dazugekommen sind noch LED-Spots in der Decke in Küche und Flur, im Bad wollten wir von Anfang an welche. Dazu mehr in einem der nächsten Beiträge.

Aufgrund des unsicheren Wetters waren wir froh, als am 18. Mai endlich das Dach gedeckt wurde. Zum Glück hat sich aber herausgestellt, dass die Folie, die unser Dach solange geschützt hat, tatsächlich wie versprochen dicht war und das Dachgeschoss komplett trocken blieb.

Nachdem die Stromleitungen für die einzelnen LED-Spots verlegt waren, konnten die Monteure von Keitel-Haus Anfang Juni nun auch die sogenannte „Gipsuntersicht“ fertigstellen, also die Beplankung der noch offenen Decken mit Gipskartonplatten.

Auch diese Arbeitsschritte verliefen weitgehend problemlos. Ein paar Diskussionen zwischen den Handwerkern gab es (z.B. habe der Elektriker die Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit seitlich weggemacht, um seine Kabel zu verlegen, aber sie anschließend nicht wieder befestigt; und in einer paar Löchern fehlte die Ausschäumung) – aber außer diesen Kleinigkeiten haben wir nichts mitbekommen. Und Fachleute im Bekanntenkreis staunen auch weiterhin, wie sauber und korrekt auf unserer Baustelle gearbeitet wird. Somit weiterhin alles im grünen Bereich 😎

Sanitärinstallation abgeschlossen

Noch während die Treppen eingebaut wurden, hatten sich die beiden Installateure von der Fa. Brehl schon an die Arbeit gemacht, um die Leitungen für Frisch- und Abwasser sowie für die Belüftungen zu verlegen. Ende Mai haben sie noch die Geräte im Technikraum eingebaut, so dass die Sanitärinstallation Anfang Juni abgeschlossen war. Wir haben den Eindruck, dass hier durchdacht und mit Sorgfalt vorgegangen wurde und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Lassen wir heute mal die Bilder sprechen:

Als Erstes wurden die Abwasserrohre, die Leitungen für das warme und kalte Frischwasser sowie die Hauptleitungen für die Fußbodenheizung (von der Heizung zu den Verteilern) verlegt. Die Leitungen laufen auf dem Fußboden und werden später vom Estrich bedeckt. Um die Rohre in die höheren Stockwerke zu bekommen, wurden die Decken durchbohrt.

Unsere Lüftungsanlage besteht ja aus dezentralen Zuluft-Elementen an den Fenstern sowie drei Abluftelementen, die an eine zentrale Abluft-Anlage angeschlossen sind. Die Abluftleitungen hierfür wurden von den beiden Bädern und der Küche zum Technikraum geführt, und zwar über das darüberliegende Geschoss. Die Leitungen verschwinden dann ebenso im Estrich. Sehr schön: Die Kreuzungen mit den Wasserleitungen wurden sehr ordentlich und aufgeräumt verbaut (rechtes Bild oben).

Im linken Bild ist der in eine Vorwand eingebaute Toiletten-Spülkasten zu sehen. Das Foto in der Mitte zeigt einen in die Wand verbauten Heizkreisverteiler für die Fußbodenheizung. Dieser kommt in jedem Stockwerk zum Einsatz und verteilt das Heizwasser auf die (hier noch fehlenden) Heizleitungen in die einzelnen Zimmer. Rechts sieht man das Aereco-Abluftgerät: Durch die Leitungen im darüberliegenden Geschoss kommt die Abluft in den Kasten und wird durch einen Wanddurchbruch (hinten rechts zu sehen) ins Freie geführt. Praktisch: Das Gerät ist viel kleiner als von uns befürchtet und hängt an der Decke. Darunter bleibt also genug Platz zum Aufstellen unserer Waschmaschine und unseres Wäschetrockners.

Links noch ein Foto vom Bad, durch das die meisten Installationsleitungen laufen. Hier sieht man sehr schön, wie übersichtlich die Leitungen geführt werden. Auf der linken Seite laufen die drei Lüftungsrohre aus Gäste-Bad, Bad und Küche zusammen und gehen durch den Boden in das vorher gezeigte Aereco-Abluftgerät.

Rechts ein Foto vom (aus Wasserinstallations-Sicht) fast fertigen Technikraum mit unserer Wolf-Gasheizung und dem Speichertank für die Solarthermie-Anlage. Auf eine Umwälzpumpe für das Warmwasser haben wir übrigens verzichtet, da die entsprechenden Leitungen nur einen kurzen Weg haben – das Bad liegt unmittelbar über dem Technikraum, das Gäste-Bad (fast) daneben und nur bis zur Küche sind es etwa 8 Meter.

Wie bereits gesagt, waren wir mit der geleisteten Arbeit sehr zufrieden. Damit wurde der erste nicht ganz so positive Eindruck von der Fa. Brehl (sie wollten 100% Vorkasse, was wir unseriös und auch etwas dreist finden) wieder wettgemacht. Die Installateure waren auch persönlich sehr nett und wir hatten zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass hier irgendetwas gehetzt oder schlampig gemacht wurde. Hoffentlich geht’s weiter so :-)