Archiv für den Monat: Oktober 2015

Die Entscheidung ist gefallen

Am 19. August 2015 fiel unsere Entscheidung: Wir bauen mit Keitel-Haus! Am Ende war es eine ganz knappe Entscheidung, aber das Bauchgefühl und nicht zuletzt der Hintergrund der Firma haben das Pendel am Ende zugunsten von Keitel ausschlagen lassen.

Gleich einen Tag nach den Probebemusterungen ist unsere Entscheidung für einen Bauträger nun gefallen. In den beiden letzten Tagen hatten uns ja beide Firmen überzeugt, unsere Berater waren super, und die Angebote waren auch in etwa gleichwertig. So entschieden am Ende auch folgende Punkte mit:

  • Transparenz: Keitel-Haus veröffentlicht ihre Bilanzen auf bundesanzeiger.de. Man kann sich so davon überzeugen, dass die Firma auf gesunden Beinen steht. Hanse Haus dagegen hat sich von der Veröffentlichtung befreien lassen. Dickes Plus für Keitel.
  • Firmenstruktur: Keitel ist ein familiengeführtes Unternehmen. Hanse dagegen gehört einer Industriegruppe, die am Ende vermutlich das Augenmerk eher auf den Jahresgewinn legt. Dickes Plus für Keitel.
  • Ökologische Baustoffe: Keitel-Haus bietet uns einen Wandaufbau mit Holzfaserdämmplatten und Hanfdämmung an. Ganz ohne Polystyrol, Mineralwolle, Plastikfolien o.ä.
  • Bauchgefühl: Das lässt sich nicht begründen 😉

Bei der Entscheidung half uns eine Entscheidungsmatrix, die wir Euch gerne (mit Fantasiewerten vorausgefüllt) als OpenDocument-Tabelle (LibreOffice, Excel, …) zur Verfügung stellen.

Probebemusterung

Im August 2015 besuchten wir Hanse Haus in Oberleichtersbach und Keitel-Haus in Brettheim für jeweils eine Werksführung und eine Probebemusterung. Überrascht waren wir bei beiden Herstellern, dass wir mit der Standardausstattung im Wesentlichen schon gut auskommen. Interessant war es aber auch, die unterschiedlichen Firmenphilosophien zu spüren.

Nach den vielen Recherchen und Gesprächen der vergangenen Monate blieben noch zwei Fertighaushersteller in der engeren Auswahl: Hanse Haus und Keitel-Haus. Geografisch sind die beiden Firmen auch gar nicht so weit entfernt, nämlich Hanse Haus im unterfränkischen Oberleichtersbach und Keitel-Haus in Brettheim im Nordosten Baden-Württembergs, also gerade mal 90 Autominuten voneinander entfernt. So haben wir den Besuch der beiden Hersteller gleich zu einem Zweitagesausflug verbunden mit einer Übernachtung im wunderschönen mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber.

Am ersten Tag haben wir uns Keitel-Haus näher angesehen. Der Prokurist führte uns durch das Werk und beantwortete geduldig alle Fragen. Gestärkt nach einer Brotzeit haben wir uns dann auch noch kurz im alten Musterhaus angesehen, welche Auswahl es an Türen, Treppen, Fenster usw. gibt. Anschließend hatten wir noch einen Termin beim externen Bäder- und Fliesenpartner, wo wir wirklich erschlagen waren von der großen Auswahl. Überrascht waren wir, dass schon sehr vieles in der Standardausstattung dabei ist und wir deshalb nicht mit erheblichen Mehrkosten rechnen müssen.

Ähnliche Erfahrungen machten wir am zweiten Tag auch bei Hanse Haus. Wir wurden von unserem Bauberater empfangen, der sich ebenfalls genug Zeit für uns nahm, und konnten uns nach einer beeindruckenden Werksführung und einem guten Mittagessen in aller Ruhe im Bemusterungszentrum umsehen. Der einzige Wermutstropfen war, dass Hanse Haus sich trotz unserem ausdrücklichen Wunsch nicht dazu bereit zeigte, Rollläden mit Gurten zu verbauen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen würden dies nicht mehr zulassen (bei Keitel weiß man davon wohl nichts 😉 ).

Am Überraschendsten war für uns der Unterschied in der Firmenphilosophie. Keitel-Haus hat sich beim Wachstum eine Grenze nach oben gesetzt, möchte ein Familienbetrieb bleiben und veröffentlicht seine Bilanzzahlen auf www.bundesanzeiger.de, so dass man sich selbst davon überzeugen kann, dass das Unternehmen auch finanziell auf gesunden Beinen steht. Bei Hanse Haus ist es dagegen mit der Transparenz nicht so weit her. Auf die Veröffentlichung der Bilanzen wird verzichtet, und wie uns auf Nachfrage erklärt wurde, gehört Hanse Haus inzwischen zu einer größeren Industriegruppe. Klarer Pluspunkt für Keitel Haus beim Bauchgefühl :-)

Wie unsere Entscheidung ausgefallen ist, erzählen wir Euch im nächsten Eintrag.

 

Hausentwurf: Plan C

Unser letzter „eigener“ Plan, bevor wir uns für einen Hersteller entschieden hatten, entstand ab Juni 2015. Dazu haben wir unseren ersten „Plan A“ verfeinert und auch in der Grundfläche etwas verkleinert.

Da das Haus seine Länge von 12,5 m behalten hat, aber in der Breite von 10 m auf 8,7 m geschrumpft ist, wir aber die Größe des Wohn-, Ess- und Kochbereichs auf ca. 50 m² halten wollten, mussten wir auf der Westseite den Flur stauchen. Dies war zum Glück kein Problem, da das Gästebad auch sehr schmal sein darf. Die Speis haben wir auf Kosten des Technikraums weiter nach Westen schieben können (die Technik braucht weniger Platz als befürchtet, dazu in Kürze mehr), damit auch die Küche mehr Raum gewinnt. Mit 3,6 m Wandlänge auf der Nordseite können wir eine schöne Küchenzeile aufstellen. Neu dazugekommen ist auch eine breite Schiebeglastür an der Ostseite, wo später eine überdachte Terrasse entstehen soll.

Im Obergeschoss ist es uns gelungen, die Betten in den Kinderzimmern jeweils in Nischen zu platzieren, so dass der Raum selbst frei bleibt. Auch Platz für Schränke bleibt. Andrea’s Arbeitszimmer ist mit knapp 10 m² ausreichend groß. Im Plan ist’s noch falsch eingezeichnet, aber im Bad haben wir die Position von WC und Dusche vertauscht, damit das WC nicht an die Wand des Schlafzimmers anschließt (Geräusche in der Nacht). Die Treppe zum Dachgeschoss wird mit einer Tür abgeschlossen, um den Wohnbereich und den geschäftlichen Bereich von Andi abzutrennen.

Da die Tür zum Dachgeschoss ja bereits im Obergeschoss verbaut ist, konnten wir die Treppe schöner ins Dachgeschoss integrieren. Statt bis zur Decke hochgezogenen Mauern reichen jetzt halbhohe Mauern aus.

Plan-C-EG Plan-C-OG Plan-C-DG            „Plan C“ als PDF

Auch zu diesem Plan gibt’s wieder ein youtube-Video:

Wie in der Einleitung bereits angedeutet, war das unser letzter selbstgezeichneter Plan und Vorlage für unseren Architekten. Was daraus geworden ist, erzählen wir in den nächsten Wochen!

Schreckminute beim Bauamt

Wir haben uns telefonisch beim Bauamt über die Rahmenbedinungen für unser Bauvorhaben erkundigt. Dabei gab es einen kleinen Schreckmoment – die nötigen Abstandsflächen seien inzwischen viel größer und wir dürften jetz nicht mehr in den Dimensionen des bestehenden Hauses bauen. Zum Glück rettet uns das sogenannte „16-Meter-Privileg“.

Am Samstag, den 13. August 2015, haben wir beim Bauamt des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen angerufen. Da es am Schleifmühlweg in Schrobenhausen keinen Bebauungsplan gibt, müssen wir uns gemäß Baurecht an der Umgebungsbebauung orientieren. Was das aber genau heißt – inbesondere wenn wir selbst mit dem alten Haus zu den größten Gebäuden in der Umgebung zähl(t)en – das wollten wir nun vom Bauamt wissen. Dann der Schock: So wie jetzt, mit nur etwa 3 bzw. 4 m Abstand zu den Nachbargrundstücken nach Westen und Norden, könnten wir nicht mehr bauen. Einzuhalten sei als Abstand mindestens die Wandhöhe. Also wie in folgender Zeichnung skizziert:

Abstandsflächen-Traufe-Normal

Da wir eine Wandhöhe von 6,7 m planen, wird es auf unserem Grundstück also viel zu eng mit dem Entwurf. Wir sollten aber erstmal mit dem Bauamt der Stadt Schrobenhausen telefonieren, schließlich seien diese die ersten, die über den Antrag zu befinden hätten.

Mit einem sehr unguten Gefühl wandten wir uns also an die Stadt. Und siehe da, der Bauamtsleiter Herr W. war nicht nur sehr freundlich und ging auf all unsere Fragen ein, sondern half uns mit dem sogenannten 16-m-Privileg aus der Patsche. Es ist nämlich erlaubt, an zwei beliebigen Wänden, die maximal 16 m lang sind, nur die halbe Distanz zu berechnen. Also wie in folgender Skizze:

Abstandsflächen-Traufe-16m

Damit brauchen wir auf der Westseite also keine 6,7 m zum Nachbarn, sondern nur etwa 3,4 m. Das hilft uns natürlich sehr. Bei der Giebelseite ist es etwas komplizierter, aber für uns auch sehr zufriedenstellend. Mehr dazu in einem eigenen Beitrag.

Offen bleibt im Moment noch der Kranaufstellplatz. Mit dem Schotterparkplatz, der direkt im Norden an unser Grundstück anschließt, gäbe es natürlich einen wunderbaren Ort dafür. Laut Auskunft der Stadt gehört er einer kirchlichen Einrichtung. Da werden wir mal nachfragen…

Hausentwurf: Plan B

Im Juni 2015, nachdem sich unsere erste Skizze „Plan A“ als zu groß herausgestellt hat, haben wir einen kompakteren „Plan B“ gezeichnet. Die Treppe wurde an die Außenwand verschoben, Gästezimmer und Speis mussten entfallen.

Grundidee bei diesem Plan war die grobe Orientierung am Musterhaus „Sunshine 02″ von Regnauer, insbesondere bei den Außenmaßen. Denn wie wir inzwischen wussten, geht jeder Quadratmeter ganz schön ins Geld (je nach Anbieter ca. 1500-2000 EUR/m²). Bei einer Breite von nur 8,20 m ist eine Treppe in der Hausmitte kaum mehr machbar, stattdessen haben wir eine halbgewendelte Podesttreppe an der Westaußenwand platziert. Zwar entsteht, weil wir ja keinen Keller planten, unter der Treppe ein kleiner Abstellraum, doch musste das Gästebad nun auf die Nordseite verschoben werden. Der Platz für die Speis ist dadurch leider entfallen. Außerdem ist der HWR-Technik-Raum kleiner geworden, so dass Waschmaschine und Trockner auf das Bad im OG ausweichen mussten.

Auch im Obergeschoss musste ein Raum weichen, nämlich das Arbeitszimmer, das zu Lasten des Gästezimmers ins EG verschoben wurde. Außerdem sind die Kinderzimmer sehr klein ausgefallen. Die Gallerie wollten wir uns behalten; diese könnte man bei Bedarf ja immer noch abtrennen zu einem eigenen Raum. Schön war jedoch der Aufbau im Dachgeschoss: Die „störende“ Treppe ist an den Rand verfrachtet, der hohe Bereich unter dem Giebel ist frei.

Plan-B-EGPlan-B-OG

Plan-B-DG            „Plan B“ als PDF

Zur besseren Visualisierung haben wir den Plan mit Sweet Home 3D auch noch in 3D abgefilmt:

Letztendlich haben wir uns auch gegen diesen Plan entschieden: Der Verzicht auf die genannten Räume war uns doch zu schmerzhaft. Wie unser letztendlicher Wunschplan C aussieht, zeigen wir Euch im nächsten Beitrag.