Archiv für den Monat: November 2015

51 Unterschriften

Im Oktober 2015 wurde es ernst: Die Kreditverträge mit der Bank waren zu unterzeichnen. Auf ganze 51 Unterschriften haben wir es gebracht.

Zugegeben, da wird einem schon mulmig, wenn man sich mit einer sechsstelligen Summe verschuldet. Aber wir haben das Ganze ja gut durchkalkuliert und können unsere monatliche Annuität gut bedienen, also „Augen zu und durch“. Dass wir es am Ende auf ganze 51 Unterschriften (31 Andi, 20 Andrea) gebracht haben, hat v.a. damit zu tun, dass wir zwei Kredite aufgenommen haben, nämlich Andi einen betrieblichen Kredit für das Dachgeschoss und wir beide zusammen einen privaten Kredit für den Rest des Hauses.

EthikBankAn dieser Stelle möchten wir sehr gerne noch unsere Bank weiterempfehlen. Die EthikBank in Eisenberg (Thüringen) ist eine „gläserne Bank“, die vergleichsweise transparent ihre Geschäfte veröffentlicht und zudem keinerlei Geschäfte mit z.B. der Waffen- oder Atomindustrie macht. Nicht nur, dass uns dieses Modell sehr sympathisch ist, nein, sie hatten mit nur 1,4% Effektivzins p.a. und jährlichen Sonderzahlungen auch noch das beste Angebot. Sogar noch besser als die (ebenfalls guten) Banken vor Ort in Schrobenhausen. Dabei kommen wir ganz ohne KfW-Unterstützung aus, denn die EthikBank hat ihre eigenen Öko-Förderkriterien. So legt sie z.B. Wert auf ökologische Baustoffe, während sie dagegen einer Luft-Wärmepumpe kein gutes Zeugnis ausstellt. Genau unsere Meinung :-)

Smart Home oder KISS?

Ein Hinweis vorab. Ich (Andi) bin Informatiker, und so denkt man vielleicht, dass wir unser ganzes Haus mit „intelligenter“ Elektronik vollstopfen werden. Das Gegenteil ist der Fall. Der Grund dafür ist denkbar einfach, und mit vier Buchstaben erklärt: KISS. Ausgeschrieben: „Keep, it simple, stupid“. Dieses Prinzip habe ich (ausgerechnet) in meinem Informatik-Studium kennen gelernt.

Die Vor- und Nachteile von Smart Homes werden im Internet ja ausgiebig diskutiert. Ich setze hier jetzt mal einen Punkt früher an und stelle die Frage: Laufen die Systeme überhaupt? Oder ist die Technik so kompliziert und fehleranfällig, dass sie ständig oder jedenfalls in den entscheidenen Momenten ihren Dienst versagen? Denn erst, wenn sie überhaupt laufen, kann ich die Frage stellen, ob sie auch das richtige tun. Vielleicht habe ich da einfach zu viele Vorurteile, aber jedenfalls wurden sie bestätigt bei unseren beiden Tagen der Probebemusterung.

Hand aufs Herz, wer kennt noch folgenden Bildschirm:

blue screen

Die jüngeren unter uns vielleicht nicht mehr! Denn auf dem PC ist dieser „Windows-Blue-Screen“, der einen kompletten Systemabsturz anzeigt, u.a. dank ausgereifterer Hardwaretreiber zum Glück schon fast ausgerottet.

Vielleicht erlebt er nun wieder eine Renaissance. In einem Musterhaus (Hersteller spielt jetzt keine Rolle), das uns in einer persönlichen Führung vorgestellt wurde, fiel uns dieser Bildschirm auf dem zentralen Smart-Home-Steuerbildschirm im Flur auf. Wohlgemerkt in einem Musterhaus! Super-peinlich, oder? Aber zu Hause soll mir das niemals passieren? :roll: Wer’s glaubt…? (Mal am Rande: Schlimm genug, dass ein Smart Home auf Windows basiert…)

Am zweiten der Tag der Probebemusterung, bei einem zweiten Hersteller, wurde uns eine zwar relativ neue, aber doch außergewöhnlich gute Wärmepumpe angepriesen. Bisher hätte es damit eigentlich noch nie Probleme gegeben. Bei einem späteren ungestörten Rundgang durch die Musterhäuser entdeckten wir dann in einem Gebäude tatsächlich genau dieses Modell. Wir wagten einen Blick auf den Bildschirm, und siehe da (Originalfoto):

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Auch hier in einem Musterhaus. Dort, wo man dem Kunden diese Technik eigentlich schmackhaft machen will. So wird das nix…

Wenn ich jetzt an weitere Beispiele denke, wie einen defekten Finger-Scanner an der Haustür, oder einen automatischen Rollladen, der mich – wenn’s dummläuft – aussperrt, während ich im Garten arbeite, und so weiter und so fort… Nein danke.

Nach diesen Eindrücken kann ich nur wiederholen: KISS. Keep it simple, stupid. Wir bleiben bei der bewährten Heizung mit der Gastherme (umweltfreundlich wird’s durch die gute und ökologische Dämmung) und bauen uns eine nahezu wartungsfreie Solarthermie-Anlage aufs Dach. Das ist jedenfalls unsere Definition von „smart“.