Archiv für den Monat: Dezember 2015

Auf der Suche nach der richtigen Lüftung

Welche Lüftung passt zu mir? Diese Frage muss sich jeder Bauherr schon frühzeitig stellen. Wir haben eine kleine Entscheidungshilfe gebastelt. Hier geht’s direkt zu unserem interaktiven Lüftungs-Test :-)

Ein ganz wesentlicher Punkt beim Entwurf eines neuen Hauses ist die Frage nach der passenden Lüftungsanlage. Um Energie zu sparen, sind moderne Häuser ja so gut wie luftdicht. In älteren Bauten hat man dagegen eine Art „natürliche Lüftung“ – es zieht durch alle Risse und undichte Stellen, was für den Bewohner zumindest für Frischluftzufuhr sorgt… Die Frage ist nun, wie man auch in einem dichten Haus ständig frische Luft ins Haus bekommt, ohne dafür zu viel Heizenergie zu verlieren. Hierzu gibt es ganz verschiedene Ansätze:

  • die zentrale Lüftungsanlage, die die Räume über entsprechende Auslässe mit Zuluft versorgt bzw. aus dem Bad, der Küche und dem WC die Abluft absaugt
  • die dezentrale Lüftung, die über Elemente in Außenwänd-Löchern die Räume einzeln kontrolliert belüftet
  • die dezentrale Zuluft/zentrale Abluft-Lösung, also eine Mischlösung, die zentral absaugt (Bad, Küche, WC) aber dezentral über Außenwand-Durchlässe in den einzelnen Räumen Luft zuführt
  • oder aber man verzichtet ganz auf eine kontrollierte Lüftung und macht von Hand die Fenster auf

Wenn man im Netz recherchiert oder sich im Bekanntenkreis (auch unter Fachmännern) umhört, so bekommt man Empfehlungen oder Warnungen für alle diese Lösungen. Beworben wird (bis auf den kompletten Verzicht) natürlich jede der Lösungen, aber die Hochglanzprospekte kann man wie immer nur als Anregung bei der Sammlung von Argumenten nutzen, niemals aber als Entscheidungsgrundlage, da sie die negativen Aspekte natürlich immer verschweigen. Sogar ein leitender Mitarbeiter eines Fertighausherstellers hat uns erzählt, dass er privat auf die gesamte Lüftungsanlage verzichtet und von Hand die Fenster aufmacht. Er beklagte – was wir sehr nachvollziehen können – die immer schlimmer werdende „Beratungsindustrie“ in Deutschland. Der eigene gesunde Menschenverstand zählt immer weniger, die Menschen bilden sich immer seltener eine eigene Meinung bzw. übernehmen Verantwortung für ihre Entscheidungen.

Das trifft sehr gut auch unseren Eindruck nach vielen Stunden und Tagen der Recherche. Jede der Lösungen hat seine Vor- und Nachteile, und es kommt ganz einfach auf die persönlichen Vorlieben an. Wir haben uns entschieden, indem wir die verschiedenen Aspekte der Lösungen gegenübergestellt haben und für uns selbst bewertet haben. Das Internet, die Hochglanzprospekte und die Argumente der Bauberater haben wir verwendet, um diese Aspekte zu sammeln und für die genannten vier Lösungsansätze einzuordnen. Herausgekommen ist eine Entscheidungsmatrix, die wir Euch gerne als OpenDocument-Datei (LibreOffice, Excel, …) zur Verfügung stellen. Für uns scheint übrigens die zentrale/dezentrale Mischlösung am Besten zu passen. Bitte bedenkt, dass wir absolut keine Fachmänner sind. Ihr könnt diese Matrix als Basis für Eure eigene Argument-Sammlung verwenden, aber wahrscheinlich fällt Eure Gewichtung anders aus oder wir haben diverse Aspekte vergessen. Eure Kommentare dazu sind herzlich willkommen.

Noch einfacher und „spannender“ geht’s mit dem interaktiven Lüftungs-Test, den wir für Euch erstellt haben. Wir freuen uns auf Euer Feedback.

Hausentwurf: Architekten-Plan

Anfang Oktober trafen wir uns mit unserem Architekten zu einem Ortstermin. Nach einer kurzen Diskussion übernahmen wir unseren „Plan C“ fast komplett und der Architekt fertigte innerhalb weniger Tage die Pläne für den Bauantrag.

Da wir uns schon im Voraus sehr detallierte Gedanken über unseren Hausplan gemacht hatten, gab es mit unserem Architekten nicht mehr all zu viel zu besprechen. Lediglich einige Kleinigkeiten haben sich im Vergleich zu unserem letzten Wunschplan noch geändert:

  • Am auffälligsten ist der niedrigere Kniestock und die dafür höhere Dachneigung. Diese ist den Anforderungen des Landratsamts geschuldet, welche uns bei der Traufhöhe keinen Spielraum nach oben lässt. Interessanterweise sieht das Landratsamt aber die Dachneigung recht locker: bis 45° sei es überhaupt kein Problem, egal wie hoch der First dann wird. Nun möchten wir sicher kein Hexenhäuschen bauen, aber natürlich haben wir die Dachneigung dann entsprechend erhöht (von 30° auf 39°), um das Dachgeschoss noch vernünftig nutzen zu können. Wie gut sich das nun in die Umgebungsbebauung einfügt, sei dahingestellt. Man muss ja nicht alles verstehen…
  • Das Gästezimmer im Erdgeschoss und der Wohnbereich im Süden haben noch etwas Platz dazubekommen, indem wir die nördliche Wand ein Stückchen nach Norden verschoben haben. Das Gästebad muss darunter nicht leiden, da dessen Südwand unverändert bleibt. Im Gästezimmer verzichten wir auf das Fenster im Westen, da diese Wand wohl für Regale (und später ggf. für unseren Schlafzimmerschrank) genutzt werden soll. Die große Fenstertür im Süden lässt aber genügend Licht herein.
  • Im Obergeschoss haben wir die Positionen von Dusche und WC getauscht. Das WC liegt also nicht mehr an der Schlafzimmerwand, sondern an der Wand zum Arbeitszimmer.
  • Im Dachgeschoss gibt es ein zweites Dachfenster. Unser Architekt meinte, dies sei baurechtlich auch notwendig, da das als Wohnraum deklarierte Dachgeschoss sonst zu wenig Licht bekäme. Endlich mal eine rechtliche Vorgabe, die uns auch im wahrsten Sinne des Wortes einleuchtet, und die wir dann auch gern umsetzen.
  • Wir schütten das Geläde um das Haus herum um 45 cm auf. Die Oberkante unserer Bodenplatte liegt 60 cm über dem Grundstücksniveau. Dies sind 10 cm mehr als das bei uns kalkulierte 100-jährige Hochwasser. Zusammen mit der Tatsache, dass wir auf einen Keller verzichten und weiteren 40 cm mobilem Hochwasserschutz (also 50 cm Freibord über dem 100-jährigen Hochwasser) sollte das einem vom Gesetz geforderten hochwasserangepasstem Bauen (§ 78 Abs. 3 WHG) doch hoffentlich entsprechen.
  • Später werden wir im Osten noch eine Terrasse bauen. Die Verstärkung der Ostwand für die Befestigung ist bereits enthalten, die Fundamente, den Boden und die Träger mit Glasdach lassen wir dann machen, wenn das Haus steht.

 

Diese Ausschnitte aus dem Architektenplan gibt’s auch als PDF.

10 Jahre Xenoage Software

Xenoage-Logo (seit 2012)Heute vor genau 10 Jahren habe ich meine Firma „Xenoage Software“ beim Gewerbeamt angemeldet. Gestartet mit nur einem Laptop als Arbeitsgerät und provisorischen Arbeitsplätzen zwischen WG-Schreibtisch, Uni-Bibliothek und Küchenarbeitsplatte, ist aus dem Hobbyprojekt inzwischen ein Vollzeitjob geworden. Zum Jubiläum gibt’s ein eigenes großes Büro im neuen Haus.

 

Die frühen Jahre: Spieleentwicklung

Schon im Jahr 2000, also als ich etwa in der 9. oder 10. Klasse war, fand sich im Internet unter meiner Leitung eine kleine Gruppe von Hobby-Spieleentwicklern zusammen. In Windeseile entwickelten wir das Comic-Fußballspiel Bolzplatz, das es auch heute noch kostenlos zum Download gibt. Damals entstand auch der Name „Xenoage Games“. Der Erfinder des Names, Blue Shadow, fand damit einen Titel, der gut klingt und für ein „fremdes Zeitalter“ steht – ein idealer Name für die Fantasy-Rollenspiel-Projekte wie „Pearls of Ice“, die folgten. Aus denen wurde leider nichts mehr, der Name aber blieb.

Bei Jugend forscht 2002 nahm ich mit zwei Schulfreunden mit dem Projekt „Schrobenhausen 3D – eine Software zur Stadtplanung“ teil. Es handelte sich um eine 3D-Planungssoftware zur Umgestaltung von Innenstädten, basierend auf der selbst geschriebenen 3D-Engine XG3D. Damit konnten wir den Regionalwettbewerb in Ingolstadt für uns entscheiden und wurden auch beim bayerischen Landeswettbewerb in München mit einem Preis ausgezeichnet.

Nach dem Abitur begann ich die Arbeiten an einem Nachfolger von Bolzplatz. Wiederum arbeitete ein internationales Team aus Hobby-Entwicklern, -Grafikern und -Musikern zusammen. Kurz nach dem Abbruch meines Informatikstudiums an der FH Ingolstadt, aber noch knapp rechtzeitig vor der WM im eigenen Land, konnten wir schließlich das Spiel Bolzplatz 2006 veröffentlichen. Ich musste dann schließlich nach einer „verlorenen“ Wette meine langen Haare abschneiden – bei einer halben Million Downloads war meine Haarpracht fällig, und nachdem das Spiel auf den CDs vieler PC-Magazine beilag, war die Zahl schnell erreicht.

Am 8. Dezember 2005 meldete ich ein Gewerbe in Schrobenhausen an, da ich erste kommerzielle Aufträge umsetzte (u.a. eine Jobbörse und Newslettersystem für die Studentenvertretung der LMU München).

Die Münchener Zeit: Nebenjob zum Studium

Während meines Informatik-Studiums an der TU München (2006-2012) wuchs die Anzahl und der Umfang der Aufträge immer weiter. Als besonders fruchtbar hat sich die Zusammenarbeit mit der Werbeagentur FISCHERCGD (jetzt POINT Digital) herausgestellt, mit denen zusammen ich viele spannende Projekte für namhafte Firmen umsetzen konnte.

In dieser Zeit entstand auch mein Lieblingsprojekt: Zong!, ein Open Source Musiknotationsprogramm. Zong! ist meine Spielwiese für neue Technologien, aber gleichzeitg ein ernstgemeintes Projekt, um eine brauchbare kostenlose Alternative zu den gängen kommerziellen Musiknotationsprogrammen wie Finale, Sibelius oder Capella zu schaffen. Inzwischen habe ich schon fast 3000 Stunden in dieses Projekt investiert, und mindestens die selbe Zahl wird noch folgen… Damit verbunden ist natürlich meine Begeisterung für Musiksoftware allgemein und mein Engagement für die Weiterentwicklung des MusicXML-Standards.

Spannend waren auch Projekte für die Uni wie eine 3D-Verkehrssimulation (mit Paper, wo ich doch nie eins schreiben wollte 😉 ) und natürlich meine Abschlussarbeit „Pinocchio – Integration und Erkennung von Partituren in einem virtuellen Symphonieorchester“. Mit Hilfe eines Smartphones als Taktstock-Ersatz kann man damit ein virtuelles Symphonieorchester dirigieren, das eine beliebige Partitur spielt, und durch die Gesten Tempo, Lautstärke und Artikulation beeinflussen.

Besonders schön fand ich, dass meine Projekte immer so unterschiedlicher Natur waren: Von 3D-Simulationen über Webanwendungen, mobile Apps, Automatensteuerung und Datenbanksysteme bis hin zu Computerspielen war eigentlich alles dabei. Auf eine bestimmte Fachrichtung habe ich mich nie spezialisiert. So bleiben die Projekte immer spannend, der Lernaufwand ist aber gigantisch hoch, da man sich ständig neu einarbeiten muss. Hier die richtige Balance zu finden, fällt mir immer noch nicht ganz leicht.

Zurück in Schrobenhausen: Vom Hobby zum Vollzeitjob

Wie im Flug verging die Studienzeit, und nach meinem Abschluss M.Sc. Informatik bin ich mit meiner Freundin (jetzt Frau :) ) Andrea in das Haus meiner Großeltern in Schrobenhausen eingezogen. Wir haben einige Zeit investiert, um die Wohnung zu renovieren, aber jetzt hat sich eben doch herausgestellt, dass ein Neubau die bessere Lösung wäre. Da die Projekte auch immer größer und unübersichtlicher werden, wird’s auch höchstes Zeit für ein größeres Büro. Denn obwohl aus dem Hobby inzwischen ein Vollzeitjob geworden ist, hat sich eines noch nicht geändert: Mein Laptop als einziges Arbeitsgerät, auf einem Arbeitsplatz zwischen Tür und Angel, der mir gefühlt gerade noch Platz für eine Kaffeetasse lässt.

Im neuen Haus soll es ein großzügiges Büro im Dachgeschoss geben. Wie das aussehen wird, verraten wir in den nächsten Wochen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Nach dem letzten wortreichen Beitrag gibt’s heute was für’s Auge. Ein paar unkommentierte Bilder aus einigen Räumen, wie wir sie vielleicht einrichten wollen, erstellt mit Sweet Home 3D.

Hier noch ein Blick in die Küche:

Und ein Rundflug über das nördliche Obergeschoss:

Im Dschungel der Behörden

Seit Oktober 2015 versuchten wir, bei den Baubehörden mehr über die Rahmenbedingungen für unseren Bau herauszufinden. Wir wollten schon im Vorfeld möglichst alle Fragen klären, die aufgrund des fehlenden Bebauungsplanes offen waren. Konstruktive Hilfe gab es leider nur unter erschwerten Umständen. – Mal ein längerer Beitrag für Leser mit viel Geduld.

Ein wenig neidisch schauen wir schon auf unsere Keitel-Blognachbarn aus Landshut, die ihr Haus inzwischen aufgestellt haben. Und bei unseren Keitel-Kollegen aus Markt Buchbach staunten wir Bauklötze: nur wenige Tage hat es gedauert, bis sie nach Abgabe des Bauantrags die Bestätigung für ihre Baugenehmigung erhielten.

So einfach geht’s bei uns leider nicht, denn aufgrund des fehlenden Bebauungsplans für unser Gebiet stellt sich die ein oder andere Frage. Unser Gedanke: Wenn man diese Fragen schon im Vorfeld klärt, ist damit doch allen gedient: Uns, damit wir erst gar keine Pläne zeichnen müssen, die wir hinterher wieder in die Tonne treten müssen, und den Behörden, weil sie uns jetzt noch ganz informell und unkompliziert auf mögliche Probleme hinweisen können. Da waren wir aber wohl etwas naiv, denn so leicht kommt man gar nicht an die gewünschten Informationen heran.

Als Beispiel für unseren Kampf durch den „Behörden-Dschungel“ erzählen wir Euch heute, wie wir herausgefunden haben, wie hoch unsere Traufhöhe (Seitenwandhöhe) sein darf. Wir dachten, das schon früher geklärt zu haben, aber so leicht ist’s leider nicht. Bei einem Bebauungsplan reicht ein einfach Blick in diesen, bei uns war es dagegen folgender Weg:

Das Stadtbauamt findet’s gut.

Dienstag, 20.10.: Unser Stadtbaumeister machte uns den freundlichen Vorschlag, unsere Planskizze doch mal gemeinsam mit uns anzuschauen. In der Tat war das Treffen äußerst unkompliziert, freundlich und konstruktiv. In einem Satz: Passt alles, auch die Traufhöhe sollte in Ordnung gehen. Wir sollten aber sicherheitshalber auch mal die Bausprechstunde vom Landratsamt besuchen.

Sprechstunde? Entfällt.

Donnerstag, 22.10.: Die Sprechstunde vom Landratsamt fand nicht statt. Zum Glück kam uns die zuständige Mitarbeiterin so weit entgegen, dass sie unsere Planskizze per E-Mail annehmen und kurz kommentieren würde.

Montag, 26.10.: Wir riefen beim Landratsamt an mit Bitte um Feedback. Die Auskunft: Naja, der Plan gehe prinzipiell schon in Ordnung, aber wir wüssten schon, dass wir in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet bauen wollten, oder? Da gebe es natürlich Auflagen, die zu beachten seien! Welche? Das können sie uns jetzt auch nicht sagen, da müsse sie beim Wasserwirtschaftsamt nachfragen. Man werde sich bei uns melden.

Wir wohnen in einem Hochwassergebiet.

Nun war es ja schon etwas frustrierend, das nicht früher erfahren zu haben; gerade nachdem wir ja die Bauämter schon frühzeitig (im August) angefunkt haben mit der Frage, ob auf unserem Grundstück irgendetwas besonderes zu beachten sei. Aber das mit dem Hochwasser war nicht wirklich eine Überraschung, immerhin standen wir hier ja vor etwa 20 Jahren schon mal fast knietief im Wasser. Aus diesem Grund verzichten wir ja auch auf einen Keller und wollten mit der Bodenplatte etwa 30-40 cm aus dem Boden herausgehen. Abwarten wollten wir den Rückruf vom Landratsamt nicht (den gab es auch bis heute nicht), sondern haben direkt beim Wasserwirtschaftsamt nachgefragt.

Mittwoch, 28.10.: Ein freundliches Telefonat mit dem Wasserwirtschaftsamt. Leider ohne konkretes Ergebnis, denn die genauen Auflagen für Schrobenhausen könne uns nur eine bestimmte Person sagen, die erst am Montag wieder erreichbar sei. Sicher sei aber, dass es Überschwemmungsgebiet sei und wir eine noch unbekannte Mindesthöhe über Grund bauen müssen.

Die Traufhöhe ist nicht verhandelbar.

Mittwoch, 28.10.: Mit diesen Informationen wandten wir uns ans Landratsamt. Unsere Frage: Wenn wir aufgrund des Hochwasserschutzes so hoch hinausmüssen, dass unsere Traufhöhe größer wird als die der Nachbarn (wir wollen ja 2,5-geschossig bauen), dann sei das vertretbar, oder? Antwort: Nein. Unsere Seitenwand darf maximal so hoch sein wie die der Nachbarn. Wir müssten halt dann auf unsere 2,5 Geschosse verzichten und kleiner bauen. Unser Hinweis, dass aber alle Gebäude um uns herum 2,5 Geschosse haben und einige davon nur deshalb niedriger sind, weil sie nicht über Grund bauen mussten (das Hochwassergebiet wurde erst später festgelegt), half auch nichts.

Donnerstag, 29.10.: Sehr frustriert wandten wir uns wieder an das Stadtbauamt und erklärten die Situation. Wieder einmal erfuhren wir dort sehr konstruktive und freundliche Hilfe. Selbstverständlich müssten uns dann auch 2,5 Geschosse genehmigt werden. Zur Not unter Verzicht auf Kniestock im Dachgeschoss, aber auf jeden Fall zwei Vollgeschosse. Man werde selbst mit dem Landratsamt telefonieren und dies klären (ein Lichtblick, danke, das nennt man wirklich proaktive Hilfe!). Das Stadtbauamt sieht das mit der Umgebungsbebauung anders: Dazu zählt die Betrachtung vieler Faktoren, wie Traufhöhe, Giebelhöhe, umbauter Raum, Dachform und Dachneigung, u.v.m. Leider scheint das das Landratsamt anders zu sehen und versteift sich auf die Traufhöhe.

Wer hat den Höchsten?

Donnerstag, 29.10.: So schnell kann’s plötzlich gehen, wenn der Chef mit dem Chef telefoniert; noch am selben Nachmittag klingelt es an der Haustür und eine Mitarbeiterin vom Landratsamt war da. Sie werde nun mal die Nachbarn vermessen. Ein weiterer Lichtblick: Ein Nachbar hat 7,1 m Traufhöhe, wir haben also 30 cm mehr Spielraum als zunächst erhofft. Interessant, übrigens, denn unsere Hoffnung war nicht all zu groß, nachdem wir zuvor aus alten Plänen erfahren haben dass damals vor etlichen Jahrzehten beim Bau nur 6,6 m genehmigt waren. So „genau“ nahm man es damals (naja, jetzt unser Glück!).

Freitag, 30.10.: Mit Hilfe des wunderbaren Bayern-Atlas konnten wir selbst die Überschwemmungstiefe bei einem statistischen 100-jährigen Hochwasser auf unserem Grundstück auf ca. 50 cm ermitteln. Wir würden unseren Plan nun vermutlich so ändern, dass die Oberkante der Bodenplatte 60 cm über dem Niveau des Grundstücks liegt. Nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern schlichtweg, weil wir in unserem neuen Haus auch wirklich ungern nasse Füße bekommen wollen…

Dienstag, 02.11.: Nach mehrmaligen Versuchen konnten wir endlich den Sachbearbeiter für Schrobenhausen im Wasserwirtschaftsamt erreichen. Eine konkrete Auskunft erhielten wir aber leider nicht, wir sollten die Anfrage schriftlich einreichen…

Eine Zahl! Eine Zahl!

Mittwoch, 11.11.: Uns erreichte eine E-Mail vom Wasserwirtschaftsamt mit den genauen Vorgaben. Leider sind die nochmals etwas strenger als befürchtet, aber da wird uns zusammen mit unserem Architekten schon noch was einfallen. Aber immerhin können wir mit diesen Daten und mit der Traufhöhenangabe vom Landratsamt jetzt endlich unsere Pläne konkretisieren…

Fazit

3 Wochen Verzögerung, nur um die Fragen zu klären, wie groß unsere Traufhöhe sein darf und wie hoch wir aus dem Boden heraus müssen. Man könnte auch sagen: Nur 3 Wochen, weil wir, wie Ihr seht, konsequent dahinter geblieben sind und nachgebohrt haben, wo es nur ging. Hätten wir einfach auf Rückrufe gewartet, wären wir vermutlich heute noch nicht schlauer.

Ein Dank an dieser Stelle aber nochmal an das Stadtbauamt Schrobenhausen. Hier erfährt man wirklich schnelle, freundliche und unbürokratische Hilfe. Vielen Dank auch an unsere fachlich versierten Berater im Bekanntenkreis, diesmal v.a. Ralph, Bernhard und Stephan. Ihr habt uns stets auf die richtigen Ideen gebracht und uns hilfreiche Argumente geliefert. Vergelt’s Gott dafür :)